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Bank of America: Was steckt hinter dem 34-Milliarden-Dollar-Engpass?

Der Mangel an Einzelheiten macht es schwierig, Licht ins Dunkel der Bank of America zu bringen. Aber wenn die Stammkapital-Infusion nur dazu dient, die Kapitalquoten des Instituts auf dem aktuellen Niveau zu halten, dann ergibt eine schnelle Bierdeckel-Kalkulation, dass die USA damit rechnen, dass die Bank bis Ende nächsten Jahres 100 Milliarden Dollar verlieren könnte.

von Antony Currie (breakingviews.com)

Die Ergebnisse der staatlichen Stresstest sind für Ken Lewis ein weiterer Schlag ins Gesicht. Der Chef der Bank of America musste sich anhören, dass das Stammkapital seiner Bank um atemberaubende 34 Milliarden Dollar aufgebessert werden muss. Aber was bedeutet die Kapitalklemme der BofA wirklich?

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Die wenigen Informationen über die Annahmen und Zielvorgaben, die den Simulationen der Regierung zugrunde liegen, machen es schwer, vernünftige Aussagen zu treffen. Aber nehmen wir einmal an, dass das Ziel der BofA darin besteht, das Verhältnis zwischen eingezahltem Stammkapital und materiellen Vermögenswerten auf dem heutigen Niveau von 3,13 Prozent zu halten. Dann kommt man bei einer schnellen Überschlagskalkulation auf das Ergebnis, dass die US-Regierung erwartet, dass die in Charlotte, North Carolina, beheimatete Bank bis Ende nächsten Jahres Verluste von rund 100 Milliarden Dollar bei ihren Vermögenswerten erleiden wird.

Und so könnte es dazu kommen: Zuerst schmilzt BofAs Abschreibungspuffer vollständig zusammen – also Reserven in Höhe von rund 30 Milliarden Dollar. Anschließend gehen die Gewinne für das laufende und das kommende Jahr vollständig verloren – nach Consensus-Schätzungen zusammen 12,75 Milliarden Dollar. Hinzu kommen die 34 Milliarden Dollar, die BofA nach Regierungsansicht braucht.

Aber das ist noch nicht alles. Die aktuellen Gewinnerwartungen beinhalten schon Verluste und eine Aufstockung der Rückstellungen – Analysten rechnen damit, dass sich BofA in diesem und im nächsten Jahr nur eine Gewinnspanne von 3 respektive 7 Prozent erkämpfen kann, 2007 waren es noch 21 Prozent. Das war allerdings auch das letzte Jahr der Kreditblase. Geht man davon aus, dass die Gewinnspanne 2011 eher bei 15 Prozent liegen wird, dann bedeutet das weitere Verluste und Reserven in Höhe von 23,5 Milliarden Dollar.

Aufaddiert kommt man damit auf 100 Milliarden Dollar. Nicht berücksichtigt sind dabei Rechnungslegungseffekte, wie zum Beispiel der Einfluss von Gewinnrückgängen auf die Steuerschuld. Hat die Regierung in ihren Stresstests geringere Kapitalquoten zugelassen, dann müssen die Verlustschätzungen noch höher ausfallen– und umgekehrt geringer, wenn sie bis Ende nächsten Jahres höhere Eigenkapitalquoten anvisierte.

Die gute Nachricht: Die Anleger scheinen mit den Ergebnissen einen Schlussstrich unter die Wirren im Bankensektor ziehen zu wollen– die Aktien der Bank of America legten, nachdem die Zahlen durchsickerten, gleich um 12 Prozent zu. Ob das reicht, um Lewis aus der Bedrängnis zu retten, steht auf einem anderen Blatt.

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