Gordon Brown verdient hohes Lob für seinen überzeugenden Plan zur Bankenrettung. Aber die Überlegungen des britischen Premierministers haben einen Schwachpunkt. Er möchte, dass die Banken wieder im gleichen Umfang Hypothekendarlehen zur Verfügung stellen wie 2007. Und US-Finanzminister Hank Paulson, ein Anhänger des „Brown-Plans“, fordert die Banken jetzt auf, das frischgewonnene Kapital auch einzusetzen. Wollen die beiden die alte Ära der Schuldenexzesse wieder aufleben lassen?
Paulsons Appelle lassen sich auch wohlwollend interpretieren. Die Lücke zwischen dem heutigen, komplett ausgetrockneten Kreditmarkt und der Kreditschwemme zu Beginn des Jahres 2007 klafft so weit auseinander, dass er vielleicht nur nach einem gesunden Mittelweg sucht. Hoffen wir es.
Browns Erwartungen sind schwerer zu rechtfertigen. Der britische Immobilienmarkt war noch bis Ende 2007 überhitzt. Die Preise stiegen um zweistellige Raten. Alle Marktteilnehmer sollten heute nüchterner reagieren – und nicht wieder in die manische Stimmung der Vergangenheit zurückfallen.
Wir stehen inzwischen kurz vor der Lösung der Bankenkrise 2008, und das neue Ziel sollte ein Finanzsystem sein, das weniger Risiken in sich birgt. Wir brauchen ein System, in dem Banken besser mit Kapital ausgestattet sind und auf sichere Finanzierungsquellen zurückgreifen können, in dem Anleger und staatliche Kapitalgeber nicht fürchten müssen, ihr Geld zu verlieren und in dem Kreditnehmer ihr Glück nicht auf Kapital aufbauen, das eigentlich die Steuerzahler riskieren. Brown und Paulson und alle anderen internationalen Verantwortungsträger sollten deutlich machen, dass sie die Banken auf den richtigen Weg bringen.