Bankschuldtitel
Sind Anleihen der US-Banken sicher?

Die USA garantieren für die Sicherheit von Bankanleihen. Doch es gibnBedenken, dass die US-Garantie doch nicht ganz so schusssicher ist. Da der Geldsäckel der Regierung schweren Belastungen ausgesetzt ist, sollten die Investoren ihre Wetten lieber gut absichern.

Normalerweise würde es Sinn ergeben, wenn die Anleihen von Citigroup mit einem höheren Risikoaufschlag versehen wären als die, die von Goldman Sachs emittiert wurden. Schließlich musste die US-Regierung die Megabank im vergangenen Monat retten. Allerdings garantieren die USA jetzt die neue mittelfristige Mittelaufnahme beider Firmen, wodurch sich theoretisch ihr Risiko ausgleichen sollte. Aber die Investoren ziehen dennoch die garantierten Bonds von Goldman denen von Citigroup vor, ebenso wie die Anleihen, die nicht von der Regierung gestützt werden. Es scheint fast, als glaubten die Investoren nicht so ganz, dass die Garantien der Regierung auch wirklich schusssicher sind.

Zugegeben, es gibt auch andere Gründe für die Abweichung in der Entwicklung von Anleihen, die von dem US-Garantieprogramm abgedeckt sind, das bisher von fünf Banken in Anspruch genommen wurde. Die Emissionen sind mit leicht unterschiedlichen Fälligkeiten versehen. Auch die Neuartigkeit des Programms und die Unterschiede beim Umfang und bei den Arten der Anleihen, die von jeder Firma verkauft werden, mögen eine Rolle spielen.

Und doch ist die Divergenz der Entwicklung auffällig. Dreijährige garantierte Bonds mit einem festen Zins, die von JPMorgan, Goldman und Morgan Stanley begeben wurden, rentierten am Mittwoch im US-Handel um die Mittagszeit bei knapp drei Prozent. Die Festsatzemission von Bank of America warf rund 3,1 Prozent ab. Dagegen kamen die der Citigroup auf 5,4 Prozent.

Das heißt allerdings nicht, dass die Investoren bei den Bonds von JPMorgan, Goldman oder Morgan Stanley völlig entspannt sind. Als die oben genannten Kurse erzielt wurden, rentierten die dreijährigen US-Schatzwechsel mit rund 1,2 Prozent. Die Anleger verlangten also fast zwei Prozentpunkte mehr als Entschädigung dafür, die Schuldtitel der Banken zu halten - trotz der Garantien, die vom US-Einlagensicherungsinstitut FDIC gestellt werden.

Die Investoren haben auch schon an anderen Sicherheitsnetzen der Regierung gezweifelt, da der Staatssäckel durch die mehrere Billionen Dollar umfassenden Stützungsprogramme immer stärkerem Druck ausgesetzt wird. So werden zum Beispiel die dreijährigen Schuldtitel des quasi garantierten Immobilienfinanzierers Fannie Mae um rund 1,3 Prozentpunkte über Treasury-Papieren mit vergleichbarer Fälligkeit gehandelt. Vor der Kreditkrise lag die Spanne bei etwa einem Viertel davon.

Das soll jetzt nicht heißen, dass das Garantieprogramm der Regierung ein Fehlschlag wäre. Die garantierten Titel von Citigroup rentieren um rund 1,4 Prozentpunkten niedriger als ihre vergleichbaren nicht garantierten Schuldtitel. Die Anleger schätzen sie also als beträchtlich weniger riskant ein. Die Garantie für Goldman hat dafür gesorgt, dass sich die Kosten der Mittelaufnahme um fast die Hälfte verringert haben. Aber wenn die Investoren mehr Vertrauen in die Finanzkraft der Regierung und in das Kleingedruckte ihrer Garantien hätten, könnten die Einsparungen sogar noch höher ausfallen.

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