Basel II Krisenzeit für Bankkapital

Es ist ein guter Schritt, Banken durch die Erweiterung der Basel-II-Rahmenvereinbarung zum Aufbau größerer Reserven zu zwingen. Eine zu schnelle Umsetzung könnte die Kreditvergabe zwar zügeln und die aktuelle Krise verschlimmern. Doch dies sollte Banken nicht davon abhalten, jetzt Kapital aufzunehmen, und Regulatoren sollten nicht davor zurückschrecken, dies zu fordern.
  • Jeffrey Goldfarb (breakingviews.com)

Globale Regulatoren ziehen die Zügel an, um eine weitere Krise zu verhindern. Der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht wird von Banken größere Kapitalreserven verlangen für strukturierte Kreditanlagen, die den jüngsten Aufruhr auslösten, und andere aus den Bilanzen ausgelagerte Expositionen. Das ist eine Verbesserung des fehlerhaften Basel-II-Akkords, selbst wenn es nur einen kleinen Teil der Kapitalanforderungen betrifft, soweit sie sich auf die Handelsbücher der Banken beziehen. Man könnte es Basel II I/III nennen.

Die Maßnahmen werden auch nicht überhastet in Kraft treten. Zu groß ist die Angst, dass Banken das Verhältnis von Eigen- und Fremdkapital messende Quoten durch eine weitere Verringerung der Kreditvergabe erhöhen. Dies würde vermutlich die aktuelle Krise noch verschärfen. Statt dessen werden die Basel-Regulatoren das Risikomanagement auf mittlere und lange Sicht angehen.

Es ist sicher nicht falsch, für die Zukunft zu planen. Doch es schließt nicht aus, dass Banken und Regulatoren jetzt tätig werden, wenn sie es in der richtigen Weise tun. Der falsche Weg wäre es, die Kreditvergabe zu kürzen. Viel besser sind Kapitalerhöhungen. Citigroup, Merrill Lynch, Société Générale, Wachovia und UBS sahen sich zu schnellen Bilanzstärkungen genötigt. Andere, darunter Lehman Brothers, haben dies auf defensive Weise getan. Alles in allem haben Banken bislang in diesem Jahr 44 Milliarden US-Dollar auf verschiedenen Wegen aufgenommen, zweieinhalb mal mehr als im Vorjahreszeitraum.

Es gibt allerdings noch viele Institute in den USA und Europa, die Nachholbedarf haben. Die Banken haben sich mit Händen und Füßen gegen jede Einflussnahme von Regulatoren gewehrt, mit dem Argument, sie könnten ihr Probleme selbst bereinigen. Der Basel-Ausschuss hat signalisiert, nicht allzu scharf vorgehen zu wollen. Das hindert Regulatoren in den einzelnen Länder nicht daran, einen aktiveren Ansatz zu wählen, indem Banken jetzt vorsichtig zur Kapitalaufnahme ermutigt werden. Das würde kurzfristig helfen, bevor die langfristigen Maßnahmen zu wirken beginnen.

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