BCE
Die Glocken läuten zum Abschied

Nach der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs von Kanada kann die Übernahme des Telekomgiganten BCE nun zwar weitertrudeln. Aber in vielerlei Hinsicht markiert sie dennoch das Ende einer Ära. Der Buyout über 52 Mrd. Dollar war angekündigt worden, als sich der Übernahme-Boom schon seinem bitteren Ende näherte. Abschlüsse in dieser Größenordnung wird man in den kommenden Jahren vergebens suchen.

Der Buyout-Boom hatte im vergangenen Jahr schon fast eine Vollbremsung hingelegt, als die Übernahme von BCE über 52 Mrd. Dollar bekannt gegeben wurde. Kurz nachdem Providence Equity Partners und der Ontario Teachers Pension Plan das Vorhaben öffentlich gemacht hatten, schlug die Kreditkrise zu. Mit den Mega-Deals war erst einmal Schluss. Zwar hat die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs von Kanada dem Buyout der Telekomgesellschaft kurzzeitig das Leben verlängert. Aber sie wirft trotzdem ein Schlaglicht auf das Ende einer Ära. BCE hat immer noch Hürden zu überwinden. Und Abschlüsse dieses Umfangs wird man so schnell nicht mehr erleben.

Es gibt mehrere Wege, wie es von hier aus weitergehen könnte. Die Kreditvereinbarungen könnten letztendlich neu verhandelt werden. Die Anleihe-Inhaber könnten noch einmal vor Gericht ziehen. Einem Zeitungsbericht zufolge überlegen sie möglicherweise, gerichtlich die Struktur des Abschlusses anzufechten, die dem Pensionsfonds die Kontrolle einräumt, auch wenn die kanadischen Gesetze die Stimmrechtskontrolle bei 30 Prozent begrenzen. Und es besteht auch immer noch die Chance, dass der Deal wie geplant über die Bühne geht.

Und doch sieht es so aus, als ob nur noch kleinere Buyouts mit geringerer Verschuldung möglich wären - und zwar auf Jahre hinaus. Das soll allerdings nicht heißen, dass die LBO-Manie der vergangenen Jahre nie mehr wiederkommt. Das Kredit-Drehbuch der achtziger Jahre weist unheimlich wirkende Parallelen zu dem jüngsten Boom auf. Das Wiederaufleben der Beteiligungsgesellschaften auf ein Rekordniveau im vergangenen Jahr zeigt, dass das kollektive Erinnerungsvermögen der Wall Street satzungsgemäß beschränkt ist.

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