Beteiligungsgesellschaften
Stabwechsel bei Terra Firma

Guy Hands gibt seine Rolle als CEO bei Terra Firma auf, um sich dort auf das Investieren zu konzentrieren. Da über den Beteiligungsgesellschaften dunkle Wolken aufgezogen sind, könnte sich für diesen Schritt leicht eine düstere Erklärung finden lassen. Aber eine Buyout-Firma zu leiten, ist etwas anderes, als ihre Mittel zu investieren. Private Equity-Investoren sollten eine solche Arbeitsteilung generell begrüßen.
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Endlich gibt es für die Investoren von Terra Firma wieder einmal etwas zu beklatschen. Der Gründer der Beteiligungsgesellschaft, Guy Hands, hat seine Rolle als Chief Executive aufgegeben, um sich dort ganz auf das Investieren zu konzentrieren. Private Equity-Investoren sollten eine solche Arbeitsteilung generell begrüßen.

Hands wird den Titel des CEO an seinen langjährigen Kollegen Tim Pryce weiterreichen, das Amt des Chairman jedoch beibehalten. Es ist nicht ganz klar, warum er diese Entscheidung gerade jetzt getroffen hat. Die jüngsten Schwierigkeiten von Terra Firma - von der Rückerstattung der Gebühren bis hin zu der Tatsache, dass Hands Investoren auszahlte, die knapp bei Kasse waren - bieten eine Menge Spielraum für düstere Erklärungen.

Aber eigentlich ist der Schritt sinnvoll. Beteiligungsgesellschaften sind inzwischen viel größer und schwerer zu lenken. Und die Gebühren trudeln auch nicht mehr ganz so mühelos ein wie früher. Deshalb nehmen Management-, Budget- und Vergütungsangelegenheiten mehr Zeit in Anspruch als in den Tagen, in denen die Beteiligungsfirmen noch Geld en masse scheffelten.

Mitarbeiter zu führen, unterscheidet sich zudem deutlich vom Investieren. Neue Private Equity-Deals mögen nur schwer aufzutreiben sein. Aber da Portfolio-Unternehmen wie Seifenblasen zu platzen drohen, ist es wichtiger denn je, sich darauf zu konzentrieren, diese wieder auf Kurs zu bringen. Die Anleger sollten deshalb erleichtert sein, dass eine der Größen unter den Investoren seine ganze Kraft genau darauf verwenden will.

Darüber hinaus bestehen mögliche Konflikte zwischen einer Fondsmanagement-Firma und den Anlegern, die in deren Private Equity-Fonds investieren - auch wenn diese bei notierten Unternehmen wie Blackstone Group und Fortress Investment Group deutlicher zu Tage treten mögen als bei Firmen in Privatbesitz wie Terra Firma. Sicher, die Tatsache dass Hands das Amt des Chief Executive abgibt, ändert nichts an der Art und Weise, wie er sein Geld verdient. Aber der Schritt legt dennoch nahe, dass er in die Aktivitäten der Management-Firma nicht allzu eng eingebunden sein wird.

Und natürlich galt es auch, das Problem der "Schlüsselfigur" zu lösen. Als Chairman und Chief Executive personifizierte Hands im Grunde Terra Firma - er wirkte gefährlich unentbehrlich für das Unternehmen. Jetzt da für die Management-Firma ein Nachfolger gefunden worden ist, kann er sich darauf verlegen, auch im Bereich Investment geeignete Kandidaten für die Wachablösung aufzubauen. Man könnte die Entscheidung von Hands auch dahingehend interpretieren, dass Terra Firma erwachsen wird - und dies sollten die Anleger auf jeden Fall begrüßen.

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