Biogen
Haie im Wasser

Carl Icahn hat es wieder einmal geschafft: Trotz guter Rendite stellt sich Biogen zum Verkauf. Der Appetit der großen Pharma-Unternehmen auf Akquisitionen ermutigt die Aktivisten unter den Investoren. Jetzt sehen plötzlich selbst größere Konkurrenten wie Amgen wie Übernahmekandidaten aus. Aber mit rund 25 Mrd. Dollar könnte Biogen bei der Größe die Obergrenze darstellen.

Ist denn keiner mehr sicher? Das könnten sich die Manager der Biotechnologie-Branche fragen, nachdem sich Biogen Idec selbst zum Verkauf gestellt hat. Obwohl das Unternehmen seine Investoren in diesem Jahr bis jetzt mit einer Rendite von 40 Prozent beglückt hat, ist es dem aktivistischen Anleger Carl Icahn gelungen, die Gesellschaft zu drängen, über einen Verkauf nachzudenken.

Zwei Dinge haben die Aktivisten ermutigt. Zunächst einmal ist das Klima günstig. Große Pharma-Unternehmen brennen darauf, sich neue Arzneimittel einzuverleiben, um ihren Verkäuferstab zu beschäftigen. Biotech-Firmen, die über zugelassene Medikamente verfügen, können, wenn schon nicht ihren eigenen Preis festsetzen, so doch wenigstens einen schönen Aufschlag verlangen. Zum zweiten haben die Aktivisten Blut geleckt. Icahn hat mit seiner Beteiligung an Medimmune in weniger als einem Jahr eine Rendite von mehr als 80 Prozent erzielt, nachdem er das Biotech-Unternehmen öffentlich unter Druck gesetzt hatte, sich an AstraZeneca zu verkaufen.

Jetzt pirschen sich die Aktivisten an immer größere Beute heran. Mit einer Marktkapitalisierung von nun fast 25 Mrd. Dollar wäre Biogen Idec den Jägern früher zu groß erschienen. Müssen jetzt noch größere, in Schwierigkeiten befindliche Konkurrenten wie Amgen ähnlichen Druck seitens der Investoren fürchten?

Vielleicht nicht. Es gibt nicht einmal eine Handvoll Biotech-Firmen, die größer sind als Biogen Idec. Und Biogen ist selbst für den größten Pharma-Riesen schon ein dicker Brocken. Die Vorstellung, Amgen mit ihrer Marktbewertung von 63 Mrd. Dollar schlucken zu müssen, könnte selbst Pharma-Giganten erblassen lassen. Und die Aktivisten tragen vielleicht größere Gewehre mit sich herum, aber ihre Feuerkraft ist immer noch begrenzt.

Icahn zum Beispiel behauptet oft, er sei daran interessiert, Unternehmen zu kaufen, an denen er sich beteiligt. Damit behält er bei jeder Versteigerung gleichsam ein Reserve-Gebot im Ärmel und stellt so einen höheren Endpreis sicher. Es ist schwer zu glauben, dass er eine erfolgreiche Offerte für Biogen Idec auf die Beine stellen kann - ganz zu schweigen für ein Unternehmen, das noch einmal mehr als doppelt so groß ist. Im Moment können sich größere Firmen beruhigt zurücklehnen.

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