Blackstone
Harte neue Welt

Die Beteiligungsgesellschaften machen miserable Zeiten durch. Dies unterstreichen die Ergebnisse von Blackstone im vierten Quartal. Die Aktien der Private-Equity-Firma haben seit ihrem Börsengang im Juni 2007 mehr als 50 Prozent verloren. Und die Aussichten haben sich dramatisch verschlechtert. Die Aktionäre werden ihre Erwartungen überdenken müssen.

Blackstone ist im vergangenen Juni zu 31 Dollar je Aktie an die Börse gegangen. Seitdem haben die Titel mehr als die Hälfte ihres Werts eingebüßt. Und wenn die Ergebnisse des vierten Quartals als Richtschnur dienen können, dann dürfte das laufende Geschäftsjahr noch schmerzhafter werden. Die Aktionäre der Beteiligungsgesellschaft müssen ihre Erwartungen überdenken.

Die Analysten hatten die Auswirkungen der Kreditkrise auf die Ergebnisse im Berichtsquartal von Blackstone unterschätzt. Sie hatten den „wirtschaftlichen Nettogewinn“, das bevorzugte Gewinnbarometer der PE-Firma, mit rund 20 cts je Aktie veranschlagt. Es waren letztendlich nur acht Cents je Aktie. Der Aktienkurs des Unternehmens, der bereits bei unter 15 Dollar lag, gab daraufhin weiter nach.

Die Management-Gebühren in den beiden größten Unternehmensbereichen - Private Equity und Immobilien – stagnierten bei einer gleichzeitigen leichten Abwärtstendenz. Zudem wurde bei den Performance-Gebühren eine Abschreibung über 142 Mill. Dollar vorgenommen gegenüber einem Gewinn über 151 Mill. Dollar im vorhergehenden Quartal. Die Abschreibung spiegelt die niedrigeren Bewertungen für ihre Portfolio-Unternehmen wider.

Und auch die Aussichten sehen nicht sehr viel versprechend aus. Seit Anfang des Jahres hat Blackstone keinen Einzeldeal in einem Umfang von über zwei Mrd. Dollar abgeschlossen. Die Transaktionsgebühren, die 2007 ein Viertel der gesamten Einnahmen im PE- und Immobiliengeschäft ausmachten, werden vermutlich zurückgehen. Zudem könnten weitere Verluste an den Aktienmärkten es zusätzlich erschweren, Portfolio-Unternehmen mit einem Gewinn abzuladen, so dass mit weiteren Abschreibungen im Portfolio von Blackstone zu rechnen sein dürfte.

Kurzum, die Kreditkrise hat die Buyout-Welt umgekrempelt und die Ergebnisse von Blackstone belegen das ganze Ausmaß dieser Umwälzung. Als die Beteiligungsgesellschaft an die Börse ging, sahen ihre Aktien teuer aus. Die Mehrheit der Analysten ist jetzt der Ansicht, sie seien billig. Das Problem ist, dass die Übernahme-Firmen in einem weit härteren Umfeld arbeiten müssen, als dies selbst die Pessimisten Mitte 2007 für möglich gehalten hätten.

Natürlich sind auch vereinzelt ein paar Hoffnungsschimmer auszumachen. Die Bereiche Hedge Fonds und Beratung von Blackstone wachsen. Aber diese beiden Abteilungen sind immer noch klein im Vergleich zum Kerngeschäft der Übernahmen – auf sie entfielen 2007 nur rund ein Drittel der Gesamteinnahmen. Das Wachstum des Beteiligungsriesen hängt weiter von Buyouts ab.

Die Gruppe hat zwar Geld für Investitionen, aber sonst hat sich so ziemlich alles gegen sie verschworen. Das lässt darauf schließen, dass 2008 ein Jahr der Dürre werden könnte. Diese harte neue Welt sollte die Investoren dazu veranlassen, die Aktien nicht als Schnäppchen anzusehen.

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