Blackstone Immobilienfonds
Auf der Suche nach den verlorenen Immobilien

Der größte Immobilienfonds der Beteiligungsgesellschaft ist nun geschlossen. Das verdient Achtung, wenn man bedenkt, dass Immobilienkredite mindestens so knapp sind wie Übernahmefinanzierungen. Aber das Unternehmen könnte noch ein paar Tricks in Reserve haben. Problembehaftete Vermögenswerte – einschließlich der, die Blackstone im vergangenen Jahr verkaufte – könnten den Ausgangspunkt bilden.

Blackstones Immobiliengesellschaft ist dafür bekannt, Trümpfe im Ärmel zu haben. Sie wird sie nach der soeben erfolgten Schließung ihres 10,9-Milliarden-Fonds brauchen. Immobilienfinanzierungen könnten inzwischen noch schwieriger zu finden sein als Kredite für Firmenübernahmen – und sowohl Blackstone als auch Konkurrent Kohlberg Kravis Roberts haben keine Eile, ihren traditionellen Beteiligungsfonds weitere hinzuzufügen. Blackstones Immobiliengesellschaft, die von Jonathan Gray geführt wird, wird sich kaum auf Kredite verlassen können, um überzeugende Renditen zu erwirtschaften. Stattdessen ist jetzt Kreativität gefragt.

Um einen Anfang zu machen, wie wäre es mit ein paar bekannten Objekten – die zum Beispiel, von denen sich Blackstone, nach der 39-Milliarden-Dollar-Übernahme von Sam Zells Equity Office Properties zu Beginn des vergangenen Jahres trennte. Einige der Käufer finanzierten einen Teil des Geschäfts durch die Aufnahme kurzfristiger Kredite. Wenn sie ihre Schulden nicht refinanzieren können und nicht über ausreichend Barmittel verfügen, um die Kredite zurückzuzahlen, werden die Immobilien wohl wieder auf den Markt kommen, zu geringeren Preisen. Blackstone könnte seine hohen Barbestände einsetzen, um sie zu erwerben und die kurzfristigen Kredite durch Eigenkapital abzulösen, während die langfristigen Darlehen weiterlaufen könnten.

Blackstones nächster Fonds könnte auch notleidende Kredite übernehmen. Traditionell könnten Immobilieninvestoren davon ausgehen, dass Investitionen in Schuldtitel nicht genügend Aufwärtspotenzial bieten. Aber auf dem verunsicherten heutigen Markt werfen einige Kredite Renditen ab, die den Vorstellungen der Beteiligungskapitalgeber entsprechen, bei einer konservativeren Kapitalstruktur. Blackstone könnte über die richtige Ausgangsposition verfügen, um einige clevere Investments auf diesem Gebiet zu tätigen.

Eine andere Option könnte der Markt für Wohnimmobilien bieten. Hier sind allerdings starke Nerven gefragt. Der Markt ist deutlich aus dem Gleichgewicht und könnte noch eine Weile turbulent bleiben. Aber der Fonds hat fünf Jahre Zeit, Investitionsmöglichkeiten zu sondieren, so Gray, und Blackstone kann es sich leisten, auf den richtigen Anlagezeitpunkt zu warten. Und das Ende der Krise kann weiter in der Zukunft liegen, als es im Umfeld der Unternehmensfinanzierungen üblich ist, in dem Beteiligungsunternehmen üblicherweise agieren.

Blackstone könnte auch Grundstücke oder Immobilienentwickler kaufen, wenn es die Geduld aufbringt zu warten, bis die Immobilienmärkte sich wieder erholen. Markteinbrüche bergen Risiken – aber die Verwerfungen schaffen auch neue Chancen. Zieht man Blackstones frühere Immobilieninvestments als Indikator heran, so hat das Unternehmen zumindest eine größere Erfolgschance als die meisten anden.

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