Börsenbetreiber
Ein Doppelschritt vorwärts

Wenn die Börse Dubai und das Emirat Katar ihre Beteiligungen an der Londoner Börse LSE und dem skandinavischen Börsenbetreiber OMX miteinander tauschen, könnte dies nicht nur eine starke regionale Rivalität entschärfen. Dubai würde damit auch ein wichtiges Tauschgeschäft mit der US-Technologiebörse Nasdaq absichern, kurz bevor der staatliche Hafenbetreiber Dubai Ports World als erstes echtes Marktschwergewicht das internationale Börsenparkett des Emirates betritt.

Wenn die Börse Dubai und das Emirat Katar ihre Beteiligungen an der Londoner Börse LSE und dem skandinavischen Börsenbetreiber OMX miteinander tauschen, könnte dies nicht nur eine starke regionale Rivalität entschärfen. Dubai würde damit auch ein wichtiges Tauschgeschäft mit der US-Technologiebörse Nasdaq absichern, kurz bevor der staatliche Hafenbetreiber Dubai Ports World als erstes echtes Marktschwergewicht das internationale Börsenparkett des Emirates betritt.

Nach einem eher mittelmäßigen Start macht Dubai große Fortschritte in dem Bemühen, sich als Finanzzentrum am persischen Golf zu etablieren. Berichten zufolge ist ein Abkommen mit dem Nachbarn Katar in Reichweite, das die große Rivalität der beiden Emirate entschärfen könnte. Gleichzeitig steht der Rekordbörsengang des staatlichen Hafenbetreibers Dubai Ports World ins Haus, der neuen Schwung für die bislang lahmende internationale Börse von Dubai bringen könnte.

Eine Einigung mit Katar ist von großer Bedeutung, könnte das Emirat doch ein komplexes Geschäft torpedieren, bei dem die Börse Dubai den skandinavischen Börsenbetreiber OMX übernehmen will, um ihn an die US-Technologiebörse Nasdaq weiterzureichen. Dubais Börse würde im Gegenzug einen 20-Prozent-Anteil an der Nasdaq erhalten und dürfte deren Markennamen nutzen.

Die Offerte aus Dubai kann Katar mit seinem OMX-Anteil von zuletzt zehn Prozent zwar nicht blockieren, das Emirat könnte den Aktionären der Skandinavier aber ein höheres Gegenangebot unterbreiten. Doch dazu kommt es wohl nicht. Die Börse Dubai besitzt nämlich etwas, was Katar unbedingt haben möchte: einen 28-Prozent-Anteil an der London Stock Exchange (LSE). Tauschen Dubai und Katar ihre Beteiligungen an den Börsen aus England und Skandinavien, würde dies nicht nur beide Seiten glücklich machen. Ein Waffenstillstand zwischen den alten Rivalen könnte sich sogar in eine fruchtbare Allianz verwandeln. Gemeinsam stellen die zwei reichen Emirate eine enorme Marktmacht dar, erst recht im Schlepptau von Namen wie Nasdaq, OMX und LSE.

Die Fortschritte der Börse Dubai auf internationaler Ebene werden begleitet von Erfolgen in der Heimat. Dass Dubai Ports World 20 Prozent seiner Aktien an der Dubai International Financial Exchange notieren lassen will, dürfte dem Handelsplatz endlich dringend benötigte Liquidität zuführen. Andere Unternehmen aus der Region könnten versucht sein, dem Beispiel zu folgen.

Doch Vorsicht ist angebracht. Der Börsengang von Dubai Ports World wäre zehnmal größer als alle bisherigen Erstnotierungen in Dubai. Bei einem geschätzten Volumen von 20 Milliarden US-Dollar würde das Unternehmen mit dem 28-fachen seines Betriebsergebnisses aus dem Jahr 2006 bewertet. Schon im Februar 2006 blieb manchen Beobachtern der Mund offen stehen, als Dubai Ports World für den Hafen- und Fährenbetreiber P&O das 16-fache seines Betriebesergebnisses locker machte. Derartige Bewertungen wirken selbst bei wohlwollender Betrachtung etwas überzogen.

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