BP: Es sollte Blut fließen

BP
Es sollte Blut fließen

Die Ergebnisse von BP waren im Vergleich zu den Konkurrenten nur mittelmäßig. Die Kostenbasis der Erdölgesellschaft bleibt hoch und die derzeitigen Sparmaßnahmen greifen nicht. Der Chef von BP sollte sich ein Beispiel an Exxon nehmen und die überbordenden Arbeitsplätze mit der Axt statt mit der Nagelschere beschneiden.

Der Gewinn von BP über 20,8 Mrd. Dollar für 2007 mag vielleicht eindrucksvoll klingen. Aber im Vergleich zum Konkurrenten ExxonMobil ist das Ergebnis regelrecht beschämend. Der Titan aus Texas hat im vergangenen Jahr über 40 Mrd. Dollar Gewinn gemacht und eine Kapitalrendite, die doppelt so hoch ist wie die von BP, erwirtschaftet. Tony Hayward, der neue Chef von BP, hat es zu seinem Anliegen erklärt, diese Kluft zu schließen und die Kapitalrendite von BP zu steigern, indem er überschüssiges Fett wegschneidet und ganze Schichten aus der unwirtschaftlichen mittleren Management-Ebene entfernt. Sein jüngster Plan, 5 000 Mitarbeiter zu entlassen, geht definitiv in die richtige Richtung, erscheint aber ein wenig halbherzig.

Hayward sollte sich ein Beispiel an Exxon nehmen und die aufgeblähte Belegschaft von BP mit der Axt statt mit der Nagelschere zurechtstutzen. Als Exxon 1998 mit Mobil fusionierte, zählte die gemeinsame Belegschaft etwa 120 000 Mitarbeiter, davon hatte Exxon 80 000 und Mobil 40 000 Personen in die Ehe eingebracht. In diesem Jahr beläuft sich die Belegschaft von ExxonMobil insgesamt auf 82 000 Mitarbeiter. Exxon hat damit im Grunde quasi die gesamten Mitarbeiter von Mobil gefeuert.

BP hat Amoco und Arco übernommen, aber diese Akquisitionen haben nicht die gleichen Kostensynergien eingebracht. Die Belegschaft von BP ist von 80 000 Mitarbeitern im Jahr 2000 (ohne Tankstellenpersonal) auf gerade einmal 71 000 Personen im vergangenen Jahr gesunken. Dagegen sind die allgemeinen Aufwendungen und Verwaltungskosten um 65 Prozent auf 15,4 Mrd. Dollar geklettert – das ist ein bisschen mehr als bei Exxon, obwohl BP über 11 000 Mitarbeiter weniger verfügt und 90 Mrd. Dollar weniger Umsatz ausweist.

Das heißt, dass Exxon pro Mitarbeiter 13 Prozent mehr Umsatz schafft als BP. Wenn Hayward seine Belegschaft der von Exxon auf Umsatzbasis angleichen würde, müsste er über 9 000 Mitarbeiter außerhalb des Bereichs Tankstellenpersonal entlassen. Und wenn er eine Angleichung hinsichtlich des Gewinns pro Mitarbeiter ins Auge fassen würde, dann müsste er fast 35 000 Stellen streichen. Während er sich zwar zu einem Aderlass bekannt hat, hat er seit seiner Amtsübernahme im vergangenen Jahr aber keine wirklich weit reichenden Kürzungen vorgenommen. Die Schließung der New Yorker Niederlassung von BP und die Verlegung von Mitarbeitern an billigere Standorte wie Houston hat kaum Spuren hinterlassen. Wenn er wirkliche Resultate sehen will, muss er weiter gehen, als nur 5 000 Jobs auf der unteren Hierarchie-Ebene zu streichen.

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