Brasilianisches Öl
Tief gegraben

Der Aktienwert der britischen BG und der spanischen Repsol zog um fast zehn Milliarden US-Dollar an, nachdem ihr brasilianischer Partner Petrobras vor der Küste Brasiliens auf 33 Milliarden Barrel Öl stieß. Diese Entdeckung kann nicht überprüft werden, dennoch ist der Markt wohl nicht irrational.

Gerade als die Welt dachte, ihr würde das Öl ausgehen, tauchte aus den Tiefen der brasilianischen Küstengewässer auf, was ein riesiger Ölfund sein könnte. Nach Angaben von Harold Lima, dem Chef der nationalen Ölagentur, haben der staatliche brasilianische Ölkonzern Petrobras und seine Partner, die spanische Ölgesellschaft Repsol und die britische Energiegruppe BG, im Carioca-Feld des Santos-Beckens Ölvorkommen im Volumen von 33 Milliarden Fass entdeckt. Petrobras hat daran einen 45-Prozent-Anteil, Repsol 25 Prozent und BG 30 Prozent.

Es wäre das drittgrößte Ölfeld der Welt, größer als die gesamten US-Reserven von etwa 22 Milliarden Barrel. Die Nachrichten schlugen sich in der Marktkapitalisierung von Repsol und BG mit einem Plus von zehn Milliarden US-Dollar nieder.

Das einzige Problem ist, dass unklar bleibt, woher Lima seine Informationen hat. Weder Betreiber Petrobras noch seine Partner waren in der Lage, Limas Angaben zu bestätigen oder zu dementieren. Die Bohrungen sind noch in einem frühen Stadium. Grundsätzlich gibt es zwei Explorationsgebiete im Santos-Becken, bekannt unter der wenig glamourösen Bezeichnung Block BM-S-9. Die jüngste Entdeckung könnte mit der zweiten Senke zu tun haben, in der die Bohrungen in eine dicke Salzschicht hinein gerade Ende des letzten Monats begannen. Normalerweise dauert es Monate mit seismischen Tests und weiteren Bohrungen, um eine gute Vorstellung davon zu bekommen, wieviel des schwarzen Goldes im Boden steckt. Die von Lima genannten 33 Milliarden Barrel sind bestenfalls eine grobe Schätzung.

Dennoch gab der Markt den Unternehmen für die Entdeckung einigen Kredit. Die Citigroup schätzt, dass der Netto-Gegenwartswert eines jeden Barrel, nach Abzug der Explorations-, Produktions- und Vermarktungskosten, bei gerade einmal rund 3,50 US-Dollar liegt. Repsol gewann rund 5,1 Milliarden US-Dollar an Marktkapitalisierung nach den Neuigkeiten hinzu, was eine Produktion von etwas weniger als sechs Milliarden Barrel für das Feld impliziert – nur ein Bruchteil der im Raum stehenden 33 Milliarden.

Dies ist dennoch ein bemerkenswerter Effekt für etwas, was die lockere Einlassung eines brasilianischen Offiziellen gewesen zu sein scheint. Doch es könnte nicht völlig irrational sein. Petrobras hat nicht dementiert. Und die Neuigkeiten folgen einem Trend positiver Überraschungen aus der Region. Die Tupi-Entdeckung im letzten Jahr mit fünf bis acht Milliarden Barrel war viel größer als geschätzt. Wenn Lima nun auch nur annähernd ähnlich geschätzt hat, könnten die Aktien von Repsol und BG noch einen viel größeren Kursanstieg vor sich haben.

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