Brauerei-Übernahmen
Bis nach Kuba

Wie weit geht Anheuser-Busch im verzweifelten Kampf gegen Inbevs feindlichen 46-Milliarden-Dollar-Übernahmeversuch? Bis nach Kuba. Das zeigt die Budweiser-Brauerei mit ihrer jüngsten Strategie, die nach Verteidigung gegen die Achse des Bösen klingt. Mit erhobenem Zeigefinger deutet Bud auf Inbevs Geschäfte mit der verarmten Karibikinsel und hofft so eine xenophobische Abwehrreaktion heraufzubeschwören.

Die Cuba Connection war Buds Antwort auf Inbevs Ankündigung, Buds Führungsriege bei der nächsten Hauptversammlung zu entthronen und den Aktionären ein Übernahmeangebot zu 65 Dollar pro Aktie zu unterbreiten. Bud konterte mit dem Hinweis: "Die Aktionäre sollten sich darüber im Klaren sein, dass Inbev über eine Tochtergesellschaft eine bedeutsame Partnerschaft mit der kubanischen Regierung eingegangen ist, um Erzeugnisse in Kuba herzustellen und zu vertreiben." Warum das die Bud-Aktionäre beunruhigen sollte, ist nicht ganz klar. Schließlich zahlen sie gerade den Preis dafür, dass Bud die Chance verpasst hat, auf dem globalen Markt Spuren zu hinterlassen. Die Brauerei hat sich bisher der Konsolidierungswelle in der Bierindustrie entzogen.

Buds Warnung ist also weniger ein Hinweis auf Inbevs Schwächen, als die Bestätigung, dass der Konkurrent die Fähigkeit besitzt, auch internationale Geschäfte unter Dach und Fach zu bringen. Inbevs kanadische Tochter Labatt ging das Bucanero Joint Venture mit dem kubanischen Staat im Jahr 1997 ein. Das gemeinsame Unternehmen hat einen Marktanteil von 44 Prozent und nimmt damit Platz zwei in Kuba ein.

Wie jeder Student der politischen Wissenschaften weiß, ist Kuba ein Feind der USA und amerikanische Unternehmen dürfen nach dem Trading with the Enemy Act keine Geschäfte mit Havanna machen. Wenn das wirklich problematisch wäre - was Inbev verneint - könnte die Partnerschaft einfach aufgelöst werden. Das Kuba-Geschäft trägt lediglich mit 0,4 Prozent zum globalen Umsatzvolumen der Brauerei bei.

Warum also bringt Bud das Thema auf den Tisch? Ganz einfach - man will die Aktionäre davon überzeugen, dass Anheuser-Busch die 65 Dollar pro Aktie, die Inbev in bar bietet, als eigenständiges Unternehmen leicht übertreffen kann. Wenn das Argument des Unternehmenswerts nicht zieht, warum sollte Bud nicht versuchen, auf die letzte Möglichkeit zu setzen und die Xenophobie ins Spiel zu bringen? Na wenn das nicht nach Verzweiflung klingt.

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