Britische Objektgesellschaft
British Land: Schaumschlägerei

British Land ist kostspielig. Es stimmt zwar, dass die Quartalszahlen der britischen Objektgesellschaft bis Ende Juni auf einen gebremsten Sturz des Werts ihrer Anlagen hindeuten. Übernahme kursieren ebenfalls. Doch Investoren sollten sich nicht zu früh auf mögliche Gewinne freuen.
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British Land ist kostspielig. Es stimmt zwar, dass die Quartalszahlen der britischen Objektgesellschaft bis Ende Juni auf einen gebremsten Sturz des Werts ihrer Anlagen hindeuten. Übernahme kursieren ebenfalls. Zudem verhandelt British Land über den teilweisen Verkauf des wertvollen Broadgate Bürokomplexes im Herzen von Londons Bankenviertel. Der Preis der Aktien liegt derzeit 37 Prozent über dem Liquidationswert - da ist trotz der guten Nachrichten noch reichlich Luft nach oben.

In den letzten Monaten stiegen die Aktien in der Branche um 25 Prozent, denn Investoren rechnen damit, dass die Preise genug gefallen sind, um Kaufinteressenten anzulocken. Renditen von acht Prozent - zwei Prozent mehr als das Langzeitmittel - machen deutlich, warum.

Nach seinem Kursverfall auf 300 Pence im März hat sich British Land in der Tat wieder stabilisiert. Das Unternehmen schwimmt sich mit derzeit 88 Prozent von seinen 175-prozentigen Verpflichtungen frei und nur sechs Prozent der Mieten müssen innerhalb der nächsten drei Jahre neu verhandelt werden. Zudem brachte eine Kapitalerhöhung vor einigen Monaten 740 Mio. Pfund.

Eine Einigung bei Broadgate brächte weitere Erleichterungen von der Schuldenlast. Die Firma verhandelt mit verschiedenen Interessenten, darunter Blackstone, über einen Deal, der eine Mrd. von 3,7 Mrd. Pfund Schulden begleichen würde. Dem Management gelang vor einiger Zeit ein ähnlicher Coup mit dem 50-prozentigen Verkauf des Meadowhall Shopping Centers in Sheffield.

Doch der Broadgate-Verkauf könnte nach Angaben von JP Morgan gerade einmal zwei bis drei Prozent des Aktienpreises beeinflussen. Ohne ein überwältigendes Angebot für das gesamte Unternehmen müsste British Land laut Cazenove bis Jahresende eine zehnprozentige Asset-Vermehrung vornehmen, um den derzeitigen Aktienpreis zu rechtfertigen. Nicht zuletzt werden die weiter fallenden Mieten jegliche Preiserholung bremsen. Investoren sollten sich nicht zu früh auf mögliche Gewinne freuen.

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