Britischer Süßwarenhersteller
Cadbury: Süßer Trost in harten Zeiten

Nelson Peltz dürfte hocherfreut sein. Die Forderung des Investors, Cadbury solle sich auf Süßwaren konzentrieren, wirkt von Tag zu Tag klüger. Der britische Süßwarenhersteller gehört zu der immer kleiner werdenden Gruppe von Unternehmen, die überhaupt noch einen Ausblick auf die Geschäftsentwicklung geben können.

Nelson Peltz kann sich zu Recht freuen. Die Forderung des aktivistischen US-Investors, Cadbury solle sich auf Süß- und Naschwaren konzentrieren, sieht klug aus. Der britische Hersteller von Schokolade der Marke Dairy Milk und von Trident-Kaugummi reiht sich in die immer kleiner werdende Gruppe von Unternehmen ein, die zuversichtlich genug in die Zukunft blickt, um sich überhaupt noch eine Prognose über die Geschäftsentwicklung in diesem Jahr zuzutrauen. Das Verlangen der Kunden, sich in diesen herben Zeiten mit billigen Verlockungen aus Zucker zu trösten, hat den weltgrößten Süßwarenhersteller weich landen lassen.

Cadbury geht davon aus, dass der Umsatzzuwachs am unteren Ende der Spanne von plus vier bis sechs Prozent liegen wird. Damit erwarten sich die Briten mehr als der US-Konkurrent Hershey und mehr als die Prognose für die Süßwarenindustrie insgesamt hergibt, die ein Wachstum um zwei bis drei Prozent vorhersagt. Auf dieser Basis allein sehen die Cadbury-Titel - die zum 14fachen der für 2009 veranschlagten Ergebnisse gehandelt werden - im Vergleich zu Hershey billig aus. Hershey wird mit einem Vielfachen von 17 der künftigen Ergebnisse bewertet, wobei dies der Dominanz von Hershey auf dem vom Zucker abhängigen US-Markt schon Rechnung trägt.

Darüber hinaus erwartet Cadbury, dass seine Gewinnspannen, die zu den niedrigsten der Branche zählen, sich ausweiten und bis 2011 etwa in der Mitte zwischen zehn und zwanzig liegen dürften. Die Margen kletterten im vergangenen Jahr um 180 Basispunkte auf 11,9 Prozent. Die Kosten zu drücken und die Gewinnspannen nach oben zu treiben, und zwar selbst in diesen bitteren Zeiten, ist Ausschlag gebend, wenn Cadbury es vermeiden will, erneut von aktivistischen Investoren attackiert zu werden, wie dies 2007 geschehen war.

Allerdings könnte es mühsam werden, die versprochene weitere Verbesserung bei den Margen auch einzuhalten, wenn die Kosten für den Ressourceneinsatz um sechs bis acht Prozent steigen. Aber da sich das Unternehmen recht clever abgesichert hat, muss es die Rekordpreise, die in den vergangenen Monaten bei Kakao verzeichnet wurden, in diesem Jahr nicht an die Kunden weitergeben, die ohnehin knapp bei Kasse sind.

Der Eindruck lässt sich kaum leugnen, dass der Druck seitens Peltz, der sich im März 2007 mit drei Prozent an Cadbury beteiligt hat, die Firma auf den richtigen Kurs manövriert hat. Aber während Chief Executive Todd Stitzer zwar hart beim Umbau des Managements durchgegriffen hat, besteht dennoch die Sorge, dass sein Umstrukturierungsplan mit dem schönen Namen "Vision in Action" nur noch wenig mehr zu bieten hat. Stitzer befindet sich nun in einer viel stärkeren Position als noch vor einem Jahr. Aber da ihm ein neuer Chairman im Nacken sitzt, muss er weiter Leistung bringen.

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