British Airways
Mehr ist nicht drin

British Airways hat im Geschäftsjahr 2007/08 mit einer Betriebsgewinnspanne von zehn Prozent den Heiligen Gral erreicht und nimmt die Dividendenzahlung wieder auf. Aber von nun an geht es bergab, dafür werden die galoppierenden Rohölpreise und widrige wirtschaftliche Aussichten sorgen. In diesem Zusammenhang sieht es klug aus, die Kapazitäten zu kürzen.

Er fühle sich so gut, als sei er gerade britischer Fußballmeister geworden, sagt Willie Walsh, der Chef von British Airways (BA). Kein Wunder: Besser geht es auch nicht für die Fluggesellschaft. Trotz der chaotischen Eröffnung des neuen Terminal 5 am Londoner Flughafen Heathrow hat British Airways mit einer Betriebsgewinnspanne von zehn Prozent für das Geschäftsjahr, das im März 2008 zu Ende ging, den Heiligen Gral erreicht - das beste jemals von BA erzielte Ergebnis. Zum ersten Mal seit 2001 zahlt das Unternehmen auch wieder eine Dividende.

Aber von nun an geht es bergab, dafür sorgen die in den Himmel schießenden Rohölpreise und die widrigen wirtschaftlichen Aussichten auf dem für BA maßgeblichen transatlantischen Markt. BA warnte, die Treibstoffkosten würden, basierend auf dem derzeitigen Marktkurs von 120 Dollar je Barrel, um eine Mrd. Pfund Sterling höher ausfallen, auch wenn ein großer Teil der Tankrechnung für dieses Jahr abgesichert worden sei. Abgesehen vom Treibstoff dürften sich auch die sonstigen Kosten um drei bis 3,5 Prozent erhöhen. Wenn sich der Rohölpreis nicht abkühlt, wird BA beim Betriebsgewinn für das laufende Jahr genau bei Null landen.

Und das setzt voraus, dass das Umsatzwachstum bei vier Prozent bleibt, das BA zu erreichen hofft, indem die Fluggesellschaft die Brennstoffzuschläge noch einmal anhebt. Zugegeben, der Wettbewerbsdruck auf die Briten hat ein wenig nachgelassen, nachdem einige Langstreckenkonkurrenten der gehobenen Klasse wie Eos und Maxjet weggefallen sind. Aber BA bleibt stur optimistisch, was das Premium-Segment angeht, das den Großteil des Gewinns der Airline ausmacht. Da aber das Bruttoinlandsprodukt auf beiden Seiten des Atlantik nachgibt und die Kreditkrise noch lange nicht ausgestanden ist, bleibt das Abwärtsrisiko bestehen.

Glücklicherweise hat der Carrier einige vernünftige Maßnahmen eingeleitet, um mit diesen Problemen umzugehen. Die Investitionspläne wurden gekürzt, indem die Anschaffung neuer Flugzeuge verschoben wurde. Zudem sollen die Kapazitäten für den Winterfahrplan zurückgeschraubt werden - ein kluger Schritt. Die Bilanz von BA sieht solide aus, wobei sich die Nettoverbindlichkeiten auf gerade einmal 1,3 Mrd. Pfund belaufen und damit nur noch auf einen Bruchteil der Verschuldung, die 2001 die Spitze erreicht hatte. Auch aus diesem Grund zahlt die Gesellschaft wieder eine Dividende. Diese Nachricht hatte am Freitag im frühen Handel zu einer Kurssteigerung der BA-Aktien um fast sieben Prozent geführt.

Aber angesichts des zu erwartenden Gegenwinds mutet die Wahl des Zeitpunkts seltsam an. Es besteht nämlich die große Wahrscheinlichkeit, dass die Dividende für das laufende Geschäftsjahr ausfallen muss. Die Aktien von BA werden zu einem Kurs-Gewinnverhältnis für 2008/09 von 4,1 gehandelt - das ist ein Rekordtief. Wenn die Ölpreise nicht nachgeben oder sich Anzeichen ergeben, dass die Konkurrenten von BA die Kapazitäten kürzen, dürfte eine Erholung auf sich warten lassen.

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