Bud-Verteidigung
Budweisers Bluff

Anheuser-Busch hat zu erklären versucht, warum sie das Übernahmeangebot von InBev zurückgewiesen hat. Aber der Plan zur Wahrung ihrer Eigenständigkeit kann, was die Bewertung angeht, immer noch nicht mit der Offerte der belgisch-brasilianischen Konkurrentin mithalten. Vielleicht hofft die Budweiser-Produzentin, dass sie eine größere Mitgift herausschinden kann.

Anheuser-Busch hat seine Gründe dargelegt, warum sie das Übernahmeangebot von InBev über 46 Mrd. Dollar zurückgewiesen hat. Die finanziellen Argumente der US-Brauerei für ihre Unabhängigkeit sind nicht stichhaltig. Die Budweiser-Produzentin braucht eine überzeugendere Verteidigung, um auf lange Sicht rechtfertigen zu können, warum sie dem belgisch-brasilianischen Konkurrenten die kalte Schulter zeigt. Sonst werden ihre Aktionäre vielleicht bald unruhig.

Anheuser-Busch plant keine drastischen finanziellen Umstrukturierungsschritte, um Mehrwert für die Aktionäre zu schaffen, wie etwa Ausleihungen vorzunehmen, um Aktien zurückzukaufen oder eine Dividende zu zahlen. Eine Ausgliederung von Vermögenswerten, die nicht zum Kerngeschäft gehören, sei ebenfalls nicht vorgesehen. Ohne solche Maßnahmen ist es schwer vorstellbar, wie ihre Bewertung auch nur in die Nähe der Offerte von InBev gelangen soll.

Das einzige konkrete Finanzkonzept der US-Brauerei scheint in einer beschleunigten Umsetzung ihres Kostensenkungsprogramms zu bestehen. Aber das wird zu einem Kraftakt geraten - abgesehen von allem anderen, steigen die Rohstoffpreise. Daher werden die Kosten von Bud nach oben gedrückt. Zwar beteuert Anheuser-Busch, zum Ausgleich die Preise anheben zu wollen, aber damit überschätzt die Brauerei vielleicht, wie tief der Geldbeutel des durchschnittlichen Biertrinkers ist.

Der "König der Biere" beklagt zudem, die InBev-Offerte setze ihren Wert zu niedrig an, weil andere Abschlüsse zu höheren Bewertungsvielfachen vorgenommen worden seien. Es stimmt zwar, dass die Aktienmärkte in einer schwachen Verfassung sind. Anderseits ist der Kurs der Bar-Offerte von InBev höher, als die Aktien von Anheuser jemals gelangt sind. Und Bud hat nicht klar dargelegt, wie sie ihren Aktienkurs antreiben will.

Der Board von Anheuser-Busch könnte darauf hoffen, dass die Brauerei eine größere Mitgift herausschinden kann, wenn sie sich erst ein wenig ziert, bevor sie dem Werben von InBev nachgibt. Das könnte funktionieren - aber da die Option der Eigenständigkeit nicht überzeugend aussieht, könnten die Aktionäre des Unternehmens relativ schnell nervös werden. Und das könnte sie gegen die Chefs der Brauerei aufbringen und sie aufgeschlossener gegenüber einer feindlichen Vorgehensweise durch InBev machen.

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