Buyout-Rückzahlungen
Kein Geld zurück

Geben Buyout-Funds Investoren ihr Geld zurück? Genau dazu haben sich eine Handvoll Wagniskapitalgesellschaften nach dem Technologie-Boom durchgerungen, als die Suche nach profitablen Deals erfolglos blieb. Es wäre also nur verständlich, wenn Buyout-Unternehmen, die gegenwärtig auf den erstarrten Kreditmärkten Mühe haben zu investieren, es ihnen gleich täten.

Werden Beteiligungsgesellschaften Investoren Anlagegelder zurückerstatten? Mehr als 500 Milliarden Dollar sammelten die Buyout-Barone in den vergangenen beiden Jahren ein. Jetzt haben sie Mühe die Gelder arbeiten zu lassen. Die Kapitalmarktkrise fordert ihren Tribut, eine Situation, die Wagniskapitalgeber ganz ähnlich während der Dotcom-Krise im Jahr 2001 durchleiden mussten.

Damals, als in Silicon Valley deutlich wurde, dass zu viel Kapital hinter zu wenigen Investitionsgelegenheiten herjagte, zahlten viele Unternehmen Kapital an ihre beschränkt haftenden Gesellschafter zurück. Die jüngsten unter den Buyout-Funds müssen sich in jedem Fall auf geringere Renditen einstellen als ihre Vorgänger – in die Fußspuren der Venture-Capital-Gesellschaften werden sie aller Voraussicht nach jedoch nicht treten.

Es gibt einige Gründe, die dagegen sprechen, dass Buyout-Unternehmen Kapital zurückzahlen, wie es die Wagniskapitalgesellschaften Softbank, Crosspoint und Mohr Davidow getan haben. Einer davon liegt in der Fondsstruktur. Wagniskapitalgeber investieren in Dutzende Unternehmen in deren Startphase (Early Stage). In relativ kurzer Zeit – ein bis zwei Jahren – stellt sich heraus, ob die Anlage ein Flop war oder aber das Gegenteil. Als sich 2001 herauskristallisierte, dass in einigen Portfolios nur Nieten schlummerten, taten die Verantwortlichen das einzig Richtige und begrenzten ihre Verluste.

Die Beteiligungen der Buyout-Unternehmen gehorchen anderen Regeln. Sie sind auf ausgereifte Unternehmen gerichtet. Es kann Jahre dauern, bis sich ein klares Bild über die Renditen ergibt. Vor allem, wenn man die Fülle der Kreditverträge betrachtet, die dazu führen, dass einige Zeit ins Land gehen kann, bis die problembehafteten Vermögensteile überhaupt identifiziert sind. Abgesehen von einigen Ausnahmen haben nur wenige Buyout-Funds ihre Investitionen in den Sand gesetzt. Ihre Investitionsrendite ist daher weniger volatil. Ein Grund, ihr Kapital vollständig zu investieren und die Konjunktur auszusitzen.

Auch die Gebührenstrukturen bilden für die Buyout-Manager einen Anreiz das Fondskapital zu halten. Nach Private Equity Intelligence akquirierten Eigenkapitalfonds im ersten Quartal durchschnittlich 1,8 Milliarden Dollar. Im Vergleich dazu warben Venture-Capital-Funds im Durchschnitt ein Zehntel dieses Volumens ein. Selbst auf dem Zenit der Wagniskapitalfinanzierung erreichten die größten Venture-Capital-Funds nur knapp über eine Milliarde Dollar, Buyout-Funds liegen beim 20fachen.

Die Verwaltungsgebühren für Wagniskapital und private Beteiligungsfonds sind zwar annähernd gleich, aber allein durch ihre Größe erzielen Buyout-Funds absolut gesehen deutlich höhere Einnahmen. Dagegen liegen die Investmentrenditen bei den Venture-Capital-Gesellschaften mit im Schnitt 30 Prozent vom eingesetzten Kapital deutlich über den Erträgen der Buyout-Firmen mit 20 Prozent. Wagniskapitalunternehmen haben also einen deutlich höheren Anreiz, sich nach lukrativen Investitionsgelegenheiten umzusehen als die Eigenkapitalbeteiligungsgesellschaften, die auch durch die reine Verwaltung ihrer Mittel Geld verdienen.

Natürlich ist es auch nicht gesagt, dass Eigenkapitalgeber, typischerweise große Pensionskassen, ihre Mittel überhaupt zurückhaben wollen. Die Buyout-Barone haben den zusätzlichen Vorteil, ihren beschränkt haftenden Gesellschaftern ein Anlageinstrument für große Investitionssummen anbieten zu können. Zahlen Sie Kapital zurück, müssen die Investoren andere Anlagemöglichkeiten erst einmal finden.

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