Buyouts
Keine Begnadigung für Blackstone & Co.

Der Aufschwung an den Aktienmärkten hat Blackstone dabei unterstützt, ein besser als erwartet ausgefallenes Ergebnis vorzulegen. KKR konnte sein Portfolio-Unternehmen Avago notieren. Das sieht ermutigend aus. Doch die hoch verschuldeten Unternehmen, die die Buyout-Firmen nicht an die Börse bringen können, werden in ein paar Jahren vor beträchtlichen Refinanzierungsproblemen stehen.
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Die Private Equity-Firmen haben zwar einen Aufschub ihrer Hinrichtung erwirkt. Eine Begnadigung ist dies allerdings nicht. Der Aufschwung an den Aktienmärkten hat Blackstone dabei unterstützt, besser als erwartet ausgefallene Ergebnisse vorzulegen. Kohlberg Kravis Roberts (KKR) konnte die Notierung einer Portfolio-Firma bewerkstelligen. Das sieht ermutigend aus. Aber jene hoch verschuldeten Unternehmen, die die Buyout-Firmen nicht an die Börse bringen können, werden in ein paar Jahren vor beträchtlichen Refinanzierungsproblemen stehen.

KKR ist es am 5. August gelungen, den Halbleiterhersteller Avago Technologies erfolgreich an die Börse zu führen. Die Preisfestsetzung für die Aktienofferte über 650 Mill. Dollar lag am oberen Ende der geschätzten Spanne. Es wurden zwanzig Prozent mehr Titel verkauft als ursprünglich angestrebt. Die Papiere des Unternehmens kletterten am ersten Handelstag um zehn Prozent.

Auch mit Blackstone ging es leicht aufwärts. Die Beteiligungsgesellschaft legte ein Zweitquartalsergebnis über den Erwartungen vor. Nach Einschätzung von Blackstone werden zwei Drittel der Portfolio-Firmen am Ende dieses Geschäftsjahrs im Vorjahresvergleich ein höheres oder gleich bleibendes Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen ausweisen. Damit sollte der Wert des Portfolios von Blackstone steigen. Höhere Vielfache auf den öffentlichen Märkten für vergleichbare Unternehmen sollten zudem unterstützend wirken.

Trotzdem sind die Private Equity-Firmen noch nicht über den Berg. Viele von ihnen finanzierten ihre Buyouts mit Krediten, deren Verlängerung und Anpassung Mühe bereiten wird. Selbst wenn sich der Kreditmarkt weiter erholt, werden die Geldgeber vermutlich weiterhin davor zurückschrecken, die gleichen Risiken einzugehen, die sie noch vor ein paar Jahren bereitwillig geschultert hatten.

Das ist kein drängendes Problem. Die Unternehmen von Blackstone, zum Beispiel, weisen keine Schuldtitel auf, die vor 2013 fällig werden. Doch einige läuten die Vorbereitungsphase bereits ein. Die Beteiligungsgesellschaft hat Schuldtitel von Portfolio-Firmen über zehn Mrd. Dollar zurückgekauft oder umstrukturiert, um Refinanzierungsschwierigkeiten abzuwehren, sagte Blackstone-Präsident Tony James. Andere Firmen könnten vielleicht an die Börse gebracht werden, teilweise um sich dadurch der Refinanzierungsrisiken zu entledigen oder um Mittel zu sammeln, um damit die fällig werdenden Schuldtitel abzubezahlen.

Doch dieser Weg steht nicht allen offen. Nach Aussage von James wird Blackstone derzeit wahrscheinlich keine zyklischen Unternehmen an die Börse führen. Außerdem steigen die Preise für Übernahmefinanzierungen, wodurch es teurer wird, sie zurückzukaufen. Das bedeutet, dass einige Beteiligungsgesellschaften auf Krediten sitzen bleiben könnten, die sie nicht refinanzieren können. Die Hausse an den Aktienmärkten mag ihnen einen Strafaufschub gewährt haben, aber ihre Probleme könnten sich schon bald wieder einstellen.

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