Cable & Wireless
Lausiger Start

Die einst problembeladene britische Telekommunikationsgesellschaft hat sich in zwei profitable und geografisch getrennte Unternehmen verwandelt. Die Ankündigung der Aufspaltung erfolgt zum richtigen Zeitpunkt. Aber das Management hat sie durch die Vermischung mit einer Gewinnwarnung vermasselt.
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Cable & Wireless hat die sehnsüchtig erwartete Ankündigung der Unternehmensaufspaltung erfolgreich vermasselt. Der Zeitpunkt, den einst angeschlagenen britischen Telekombetreiber aufzuspalten, ist wohl richtig gewählt. Das Unternehmen hat sich im Verlauf von sieben aufreibenden Jahren in zwei profitable, geografisch voneinander getrennt operierende Einheiten verwandelt. Aber das Management hat die Ankündigung versiebt, indem es Details zum Split unterschlagen hat - dafür aber gleichzeitig eine Gewinnwarnung herausgab.

Die Trennung zeichnete sich bereits seit 2006 ab. Nach weitreichenden internen Analysen zog C&W eine klare Grenzlinie zwischen dem internationalen Geschäftsfeld - das in der Karibik, Panama, Macau und Monaco operiert - und dem Kerngeschäft, den Telekommunikationsdienstleistungen in Großbritannien, das mit BT und Verizon um Kunden konkurriert. Die beiden Sparten operieren inzwischen unabhängig voneinander. Dass sie voneinander profitieren, ist kaum noch zu erkennen.

Die Gewinnwarnung, die das Unternehmen herausgab, betrifft die internationale Seite, die zum EBITDA-Ergebnis des Konzerns im ersten Halbjahr 63 Prozent beisteuerte. Die Sparte litt unter dem Rückgang des Tourismus in der Karibik, sodass der Konzern seine Gewinnprognose für das gesamte Geschäftsjahr um 3 Prozent reduzierte. Mit der Ausschüttung einer um 12 Prozent höheren Interims-Dividende machte C&W aber auch deutlich, dass man die Probleme als vorübergehend betrachtet.

C&W ist nur relativ gering verschuldet, die Nettoverbindlichkeiten liegen noch unter dem EBITDA. Noch bis vor Kurzem war das internationale Geschäft die Milchkuh des Konzerns, deren Erträge ausreichten, um den Rest der Gruppe zu subventionieren. Jetzt aber, wo beide Geschäftsfelder auch alleine erfolgreich operieren und die Kreditmärkte wieder funktionieren, dürfte es für beide von Vorteil sein, über eine jeweils eigene Kapitalstruktur und ein eigenes Kreditrating zu verfügen. Ein gut organisierter Split sollte darüber hinaus auch den Konglomerate-Abschlag beseitigen, unter dem das Unternehmen zu leiden hatte. Nach Berechnungen von Citigroup Research dürfte das allein schon bis zu 40 Pence pro Aktie oder 30 Prozent vom Kurs ausmachen.

Der Start allerdings war lausig. Dafür, dass der Markt schon seit Langem auf die Ankündigung wartet, ist ihr Mangel an Substanz eine große Enttäuschung. Es fehlen Informationen zum Timing, zu den Modalitäten und zum Management. Die Antworten sind schon wichtig, falls der Split zu frühzeitigen Zahlungen aus einem umstrittenen Bonusplan führt. C&W hätte einfach besser vorbereitet sein müssen.

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