Calpers
Der Domino-Effekt

Calpers stört sich an den Gebühren, die der größte US-Pensionsfonds an die Beteiligungsgesellschaft Apollo entrichten muss. Der Fonds hat bereits Forderungen nach niedrigeren Gebühren und nach einem größeren Mitspracherecht für Private Equity-Investoren unterstützt. Wenn Calpers Apollo tatsächlich in die Zange nimmt, dann dürften andere Großinvestoren – und auch weitere Buyout-Firmen – in Kürze folgen.
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Calpers könnte dafür sorgen, dass dem Gerede um die Gebühren bei Beteiligungsgesellschaften bald auch Taten folgen. Der größte US-Pensionsfonds hat bereits Forderungen nach niedrigeren Gebühren und einem größeren Mitspracherecht für die Private Equity-Investoren unterstützt. Jetzt könnte er versuchen, Apollo Global Management in die Zange zu nehmen. Wenn dies gelingt, könnten andere Großinvestoren - und auch weitere Buyout-Firmen - in Kürze folgen.

Der Pensionsfonds für die Beamten und Angestellten der öffentlichen Hand Kaliforniens verfügt über großen Einfluss im Buyout-Geschäft. Er ist mit 42 Mrd. Dollar bei Beteiligungsgesellschaften investiert und damit einer der größten Private Equity-Investoren der Welt. Jüngst hat sich der Fonds hinter einen Bericht der Institutional Limited Partner Association gestellt, in dem verlangt wurde, dass die Buyout-Firmen niedrigere Gebühren erheben und den Anlegern mehr Kontrollmöglichkeiten gewähren sollten, darunter auch die Befugnis, einen Fonds aufzulösen.

Auch wenn sich die Finanzmärkte ein wenig stabilisiert haben, sind die Investoren nach wie vor relativ knapp bei Kasse, und die Buyout-Deals sind immer noch nicht so recht in Fluss gekommen. Die Investoren würden gern Engagements zurücknehmen, die sie Fonds gegenüber eingegangen sind, die noch keine Investitionen gefunden haben - eine Option, die die Beteiligungsgesellschaft TPG gerade ihren Anlegern bei einem Fonds eingeräumt hat, der auf Bankinvestitionen abzielt, wie die "Financial Times" berichtet. Und da die geringeren Renditen die bisher gewohnten Gebühren hoch erscheinen lassen, sind die Anleger im Vorteil, wenn sie auf deren Kürzung und auf andere Änderungen der Spielregeln drängen.

Was die Gebühren angeht, so wurde bisher zwar viel geredet, aber wenig getan. Calpers scheint dies nun ändern zu wollen. Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" erwägt der Pensionsfonds, niedrigere Management-Gebühren, die Rücknahme seiner Engagements und andere Konzessionen bezüglich seiner Investitionen bei mindestens einem Dutzend Apollo-Fonds zu fordern.

Dass Calpers zuerst bei Apollo ansetzt, ergibt Sinn. Der Fonds fungiert nicht nur als Investor bei den Apollo-Fonds, er ist auch Miteigentümer der Fondsmanagement-Gesellschaft, nachdem er 2007 rund neun Prozent in die Firma investiert hatte. Dadurch könnte Calpers bei der Private Equity-Firma größeren Einfluss haben. Der Pensionsfonds ist auch an Carlyle, TPG und Silver Lake beteiligt.

Und wenn es Calpers gelingt, die Konditionen mit Apollo neu auszuhandeln, dann war dies wahrscheinlich erst der Anfang. Hat erst einmal ein Investor einer Beteiligungsgesellschaft Zugeständnisse abgerungen, dann werden andere Anleger versuchen, es ihm gleich zu tun - und dann auch andere Fondsfirmen unter Druck setzen.

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