Carlsberg
Dänischer Bier-Handel

Carlsbergs Angebot für Scottish & Newcastle könnte den Durst der Anleger auf die Probe stellen. Die dänische Brauerei braucht eine Kapitalerhöhung über 2,8 Milliarden Pfund, um ein Angebot für seinen britischen Rivalen zu stemmen. Glücklicherweise für die Dänen tragen Carlsbergs Banken das Risiko.

Carlsbergs Interesse an Scottish & Newcastle (S & N) geht nicht so gut hinunter wie eines seiner Biere. Die Aktien der Dänen sind um fünf Prozent gefallen, seitdem Carlsberg bekannt gab, für die britische Brauerei ebenso wie der holländische Rivale Heineken bieten zu wollen. Aktuell schaut die Finanzierung des Deals ausbalanciert aus, auch wenn Carlsberg eine Kapitalerhöhung in Höhe von 2,8 Milliarden Pfund (gut vier Milliarden Euro) benötigen wird.

Carlsberg würde nur Teile des britischen Konkurrenten übernehmen, die etwa die Hälfte des operativen Gewinns von S & N beisteuern. Dafür würde Carlsberg immerhin mehr als 55 Prozent des Unternehmenswerts bezahlen - der Konzern ist an dem schnell wachsenden Geschäft in Osteuropa interessiert. Mit dem erwarteten Angebot von 800 Pence pro Aktie würden die Dänen S & N mit 5,2 Milliarden Pfund bewerten.

Carlsberg könnte es sich erlauben, einiges davon durch neue Schulden aufzubringen. Ein Schuldenvolumen in der Größenordnung von viermal operativen Gewinn (Ebitda) sollte es dem Konzern ermöglichen, das eigene Rating zu behalten. Zusammen mit dem Ebitda von S & N würde eine Verschuldungsfähigkeit in Höhe von 4,5 Milliarden Pfund entstehen. Zieht man Carlsbergs Verbindlichkeiten ab, dann ist hier Platz für 2,4 Milliarden Pfund neue Schulden, und 2,8 Milliarden Pfund müssten durch neue Aktien aufgebracht werden.

Die Stiftung, die Carlsberg kontrolliert lockerte kürzlich ihre Bedingungen, so dass Carlsberg neue Aktien ausgeben kann. Aber 2,8 Milliarden Pfund, mehr als die Hälfte von Carlsbergs derzeitigem Marktwert, würden den Markt auf die Probe stellen. Denn: Nur wenige europäische IPOs sind momentan gefragt. Außerdem behielte die Stiftung mit 51 Prozent der Stimmrechte die Kontrolle, was neue Investoren vom Kauf der Aktien eher abschrecken würde.

Die dänische Brauerei allerdings sorgt sich nicht zu sehr, da ihre Banken, angeführt von Lehman Brothers, in der Zwischenzeit für das Geld sorgen. Das gibt ihr den Luxus von Zeitgewinn. Investoren würden später allerdings einen erheblichen Nachlass erwarten. Nicht zuletzt weil der Deal so ausschaut, als sei er mehr aus strategischer Logik gesteuert.

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