Carlyle
Kollateralschaden

An der Wall Street sind Stimmen zu hören, die neue Term Securities Lending Facility der Fed über 200 Mrd. Dollar habe dazu geführt, dass die Gläubiger von Carlyle größere Sicherheiten verlangt hätten - damit sie diese gegen Staatsanleihen tauschen könnten. Das ist weit hergeholt. Aber für andere Formen von Hypothekenfonds könnte sich ein solches Drama entwickeln.

Nennen wir es einfach einen Kollateralschaden. An der Wall Street und in der Wirtschaftspresse sind Stimmen zu hören, dass der geplante Tausch der US-Notenbank Fed von Hypothekenwertpapieren gegen Treasuries über 200 Mrd. Dollar zum Niedergang von Carlyle Capital beigetragen haben könnte. Diese so genannte Term Securities Lending Facility (TSLF) der Fed habe die Gläubiger des Fonds dazu veranlasst, mehr Sicherheiten von dem Investmentfonds für Hypothekenbonds zu verlangen, um sie gegen US-Staatsanleihen zu tauschen und diese dann dafür zu nutzen, ihre eigenen Bilanzen aufzubessern.

Das hört sich ganz schön weit hergeholt an. Erstens einmal würde die zeitliche Abfolge nicht passen – die TSLF kommt erst in zwei Wochen ins Rollen. Die Banken würden sich also die Hypothekenvermögenswerte von Carlyle Carlyle einen halben Monat früher einverleiben, als sie sie gemäß dem Fed-Programm gegen Treasuries tauschen könnten.

Und Carlyle Capital hatte in “Agentur”-Wertpapiere investiert, also in Hypothekenschuldtitel, die von Fannie Mae oder Freddie Mac gestützt werden. Die Fed akzeptiert diese aber bereits als Sicherheiten gemäß ihrer laufenden Programme und gemäß ihrer Term Auction Facility, die Kredite an die Banken sicherstellen soll. Mit der neuen TSLF-Initiative wurden die zulässigen Sicherheiten auf hypothekenbesicherte Wertpapiere ausgeweitet, die nicht von Fannie Mae oder Freddie Mac gestützt werden. Die hatte der Carlyle-Fonds allerdings nicht angerührt.

Das soll nicht heißen, dass die Makler nicht auch bereit wären, mehr Sicherheiten für Hypothekenschuldtitel außerhalb des Bereichs von Fannie Mae und Freddie Mac zu verlangen, wenn die TSLF erst einmal richtig im Einsatz ist. Schließlich wird die Fed je nach Laufzeit zwischen 93 und 98 cts zum Dollar gegen diese Wertpapiere vergeben. Da die Broker ihren Schuldnern bei dieser Sicherheit einen größeren Prozentsatz von der Sicherheit abziehen, könnten sie versucht sein, aus der Differenz ein Arbitrage-Geschäft zu machen.

Sagen wir einmal, ein Broker verleiht 75 Cents gegenüber Hypothekensicherheiten von einem Dollar und nutzt die verbleibenden 25 Cents, um sich Treasuries im Wert von 23 cts zu borgen. Er könnte sich dann dazu entschließen, seine Nachschussforderungen noch ein wenig heraufzusetzen, um sich noch mehr Staatsanleihen zu sichern, die er dazu nutzen kann, dringend notwenige Barkredite zu ergattern. Wenn dem so wäre, dann stehen Fonds wie der von Carlyle, die aufgrund ihrer Abhängigkeit von der kurzfristigen Finanzierung auf die Gnade der Kapitalgeber angewiesen sind, vielleicht vor einer ungleich härteren Zukunft.

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