Carrefour
Durans Pläne

Glaubt man José Luis Duran, wird 2008 „das Jahr des Durchbruchs“ bei Carrefour. Der spanische Chef der französischen Einzelhandelskette möchte vier Jahre nicht gerade umwerfenden Wachstums gern wieder wett machen. Aber seine Pläne scheinen Investoren nicht zu überzeugen.

Glaubt man José Luis Duran, wird 2008 „das Jahr des Durchbruchs“ bei Carrefour. Der spanische Chef der französischen Einzelhandelskette möchte vier Jahre nicht gerade umwerfenden Wachstums gern wieder wett machen. Aber seine Pläne scheinen Investoren nicht zu überzeugen. Carrefour-Aktien gaben am Montag nach der Analystenkonferenz vom Freitag um 2,2 Prozent nach.

Duran, dessen Überlegungen seit März vom beeindruckend präsenten 9,1-Prozent-Stakeholders Bernard Arnault verfolgt werden, strebt zwischen 2008 und 2010 eine Steigerung des jährlichen Umsatzwachstums von gegenwärtig fünf Prozent auf sechs bis acht Prozent an. Das operative Ergebnis sowie die Gewinne pro Aktie sollen, geht es nach seinem Willen, um zweistellige Raten zulegen und damit die heutigen Wachstumsraten verdoppeln.

Seine Strategie beruht auf drei Säulen. Die offenkundigste, Duran will 1 000 Champion-Supermärkte in Carrefour-Märkte umwandeln. Image und Markenname Carrefour sind zugkräftiger als der Name Champion. Probeläufe lassen vermuten, dass das Rebranding den Lebensmittelumsatz um zwei Prozent in die Höhe treiben und Non-Food-Umsätze sogar um fünf Prozent beschleunigen könnte. Manche Analysten rechnen mit einem Gesamteinnahmenplus von bis zu zehn Prozent.

Zweitens wird sich Carrefour wieder verstärkt auf seine internationale Strategie konzentrieren. Die Präsenz auf einigen Märkten in Übersee soll gesteigert werden – vor allem in Indien, der Türkei und in China –, Märkte mit unterdurchschnittlichen Ergebnissen sollen dagegen aufgegeben werden, so zum Beispiel in Mexiko oder in Südkorea.

Schließlich hat Duran den Juni als Datum für den Börsengang des Carrefour-Immobilienbesitzes festgelegt. Dabei werden rund 60 Prozent oder 14 Milliarden Euro des Einzelhandelsvermögens in eine neue Einheit abgespalten. Von 20 Prozent der Immobilienaktien will sich Carrefour anschließend trennen. Die dadurch vereinnahmten drei Milliarden Euro sollen an die alten Aktionäre zurückgegeben werden.

Durans Pläne haben Hand und Fuß, bergen aber auch Risiken. Der Zeitpunkt für den Börsengang von Immobilienwerten war vor ein paar Monaten günstiger, inzwischen ist der Markt für europäische Immobilienfonds und -aktien unter Druck geraten. Hinzu kommt, dass der französische Einzelhandelsmarkt zugleich hart umkämpft und streng reguliert ist. Es könnte für Carrefour schwer werden, höhere Preise an die Konsumenten weiterzugeben.

In den Aktienkursen scheint sein Erfolg, zumindest teilweise, aber schon eingepreist zu sein. Carrefour wird zum 19fachen der für 2007 erwarteten Gewinne gehandelt. Das ist in etwa der Preis, den Investoren für den hyper-erfolgreichen britischen Einzelhändler Tesco zahlen. Aber während José Luis Durands Unternehmen nach höherem strebt, ist Terry Leahy bereits da.

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