CDS-Abrechnungshaus
Klar Schiff machen

Der Plan zur Einrichtung einer zentralen Abrechnungsstelle für Kreditderivate, die dem Handel von Ausfallrisiken dienen, sollte systematische Risiken ebenso reduzieren wie die Notwendigkeit, dass Regulatoren die nächste Bear Stearns aus der Patsche holen müssen. Der beliebte Markt für so genannte Credit Default Swaps (CDS) muss aber auch in anderer Hinsicht noch reifen, um Chaos künftig zu verhindern.

Sie ist da! Zumindest fast. Eine lang erwartete zentrale Gegenpartei für den Handel mit Kreditausfallderivaten wie CDS wird bald die Tore öffnen. Wenn diese Stelle bei den großen Handelsbanken Anklang findet, sollte die Maßnahme einige große Risiken im CDS-Handel reduzieren. Doch der Markt muss auch in anderer Hinsicht noch erwachsen werden, um künftig Probleme vermeiden zu können.

Dem neuen Arrangement zufolge würde ein Hedgefonds oder Händler nicht mehr wie bei einem bilateralen Handel dem Kredit von - beispielsweise - Bear Stearns ausgesetzt sein, sondern er würde einer Abrechnungsfirma gegenüber stehen, die von Handelsbanken gedeckt würde.

Dies sollte Regulatoren ruhiger schlafen lassen, weil die systematischen Risiken im CDS-Markt verringert werden, in dem Schätzungen zufolge Kontrakte mit einem imaginären Bruttowert von 62 Billionen US-Dollar offen stehen. Ginge eine Firma wie Bear Stearns unter, würde nicht mehr ein ganzes Netz von Kontrakten in Mitleidenschaft gezogen.

Statt dessen hätte nur die Abrechnungsfirma ein Problem. Dessen Lösung würde wohl den Verkauf seiner Expositionen und - falls nötig - auch das Einsammeln von Geld bei den anderen die Firma deckenden Händlern erfordern. Dies würde die Märkte nicht ungerührt lassen, aber die Regulatoren müssten nicht mehr die nächste Bear Stearns retten, die in Schwierigkeiten gerät.

Eine zentrale Gegenpartei würde eine stärkere Standardisierung fördern, auch in Schlüsselbereichen wie der Bewertung und der Berechnung von Sicherheitsleistungen. Es sollte auch leichter werden, die offenbar großen Bruttoexpositionen in viel kleinere Nettozahlen zu verwandeln, wodurch der CDS-Markt nicht mehr so Furcht erregend groß erschiene.

Das ist alles vorteilhaft, und es ist ein großer Schritt auf dem Weg zur Reife für einen Markt, der seinen Teilnehmer großen Nutzen bietet. Doch die CDS-Akteure müssen noch mehr tun, etwa den Nicht-Standard-Handel, der noch immer bilateral geführt würde, vereinfachen und automatisieren. Eine zentrale Abrechnungsstelle würde zwar einige operative Probleme lösen, sie würde aber nicht bei der Zahlungsverkehrssabwicklung von CDS-Kontrakten helfen, wenn eine der zugrunde liegenden Anleihen ausfällt.

Die Zahlungsverkehrsabwicklung von CDS-Geschäften erfordert strikt den Austausch physischer Anleihen gegen Bargeld. Ein etwas rationalisiertes Barabwicklungssystem wird bislang nur von Fall zu Fall eingesetzt, und eine Ausfallschwemme könnte einige Marktteilnehmer überfordern. Händler, Anleger und Regulatoren müssen den Druck aufrecht erhalten, um sicherzustellen, dass die Marktbedingungen in Würde reifer werden können.

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