Cerberus
Höllenhund beißt Mann

Die Beteiligungsgesellschaft Cerberus hat ihre Investoren beruhigt, keine gewaltigen Anteile an Chrysler und GMAC zu halten. Normalerweise wäre das für die Anleger ein Grund zur Freude gewesen. Aber jeder dieser Deals hatte eine große Portion Eigenkapital erfordert. Und Cerberus hatte die Investoren zu einer Erhöhung ihres Einsatzes aufgefordert. Sie dürften nicht amüsiert sein.

Cerberus Capital Management will die Grundprinzipien der Private Equity erweitern. Zwei der Abschlüsse der Übernahme-Firma, Chrysler und GMAC, sehen nicht gut aus. Der Chef der Gesellschaft, Steve Feinberg, hat nun in einem Brief die Bedenken der Investoren zu zerstreuen versucht. Die Renditen hingen nicht nur von diesen Deals allein ab, schrieb er. Keiner ihrer Fonds sei zu mehr als fünf Prozent in irgendeiner Transaktion investiert.

Aber das dürfte die Investoren nicht beschwichtigen. Es sieht sicher nicht so aus, als ob Cerberus von vornherein großes Vertrauen in die Abschlüsse gesetzt hätte. Die Investoren, die das zusätzliche Eigenkapital für die Transaktionen aufgebracht haben, sollten Fragen stellen.

Jeder der Abschlüsse hatte sieben Mrd. Dollar erfordert – das ist eine große Portion der Mittel von Cerberus über 22 Mrd. Dollar. Um die Kluft zwischen den erforderlichen Barmitteln und ihrer eigenen Obergrenze von fünf Prozent – die die Firma auf höchstens 1,1 Mrd. Dollar pro Deal festlegt - zu überbücken, war Cerberus gezwungen, rund 85 Prozent des Eigenkapitals bei jedem Deal zu syndizieren. Damit hält die Buyout-Firma bei jedem Unternehmen nur eine Minderheitsbeteiligung. Cerberus musste ganz klar den Großteil des Geldes von anderen Investoren eintreiben, während sie nur sehr wenig von ihrem eigenen ins Spiel gebracht hat.

Angesichts der Schwierigkeiten, die die Banken damit gehabt haben, die Kredite des Autobauers abzuladen, könnte Cerberus Probleme bekommen, dessen Eigenkapital zu syndizieren. Vielleicht musste die Firma sogar die Konditionen aufbessern, doch dazu will sie sich nicht äußern. Auf jeden Fall wirkt Feinbergs Eingeständnis, die Firma halte an keinem der beiden Unternehmen einen großen Anteil, nicht gerade wie eine Vertrauenserklärung.

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