Chance auf höheren Marktanteil verpasst
Apple: Die Früchte hängen tief

Der Produzent von iPhone und iPod ist bekannt für seine trendbestimmenden Produkte, billig war er nie. Aber mit dem Verzicht auf ein preiswertes Notebook-Angebot hat Apple die Chance vertan, sich einen größeren Anteil am Computermarkt zu sichern. Der Trend hin zu billigen, tragbaren Geräten ist real, Mode aber ist flüchtig.

Apple ist bekannt für Produkte wie das iPhone oder den iPod. Die Geräte helfen ihren Besitzern, ihr Image aufzupolieren, reißen aber Löcher ins Portemonnaie. Jetzt, wo Konsumenten die nachlassende Konjunktur schmerzhaft zu spüren bekommen, geraten auch Apple-Aktien unter Druck. Analysten rechneten damit, dass das Unternehmen in dieser Woche ein besonders günstiges Notebook auf den Markt bringen würde, um der Sorge um die möglicherweise nachlassende Nachfrage nach seinen Produkten entgegenzuwirken. Stattdessen wartete Apple lediglich mit einem Update seiner teuren Notebooks auf. Das könnte sich als Fehler erweisen.

Im Verlauf des vergangenen Monats verlor Apple mehr als ein Viertel seines Börsenwerts, weil Anleger daran zweifelten, dass das Interesse der Konsumenten an den schicken, aber teuren Angeboten anhalten werde. Die Erwartungen waren dementsprechend hoch. Viele rechneten damit, dass Apple bei der nächsten, der immer wieder mit Spannung erwarteten Produktpräsentationen, ein Notebook zum Schnäppchenpreis präsentieren werde. Aber der Termin am Dienstag enttäuschte. Zwar senkte Apple den Preis seines Grundmodells tatsächlich, aber nur um 100 Dollar, bei den anderen Modellen erhöhte das Unternehmen die Preise sogar.

Vor dem Dienstags-Update kostete das billigste Apple-Modell 1 100 Dollar. Mehr als 60 Prozent der Notebook-Käufer haben 2007 für ihren Laptop weniger bezahlt. Auch nach dem Preisnachlass um 100 Dollar wird das Marktsegment, das Apple anspricht, nur um 10 Prozent größer. Hätte Apple dagegen einen Preis von 800 Dollar bzw. einen Preisnachlass um 300 Dollar verkündet - mit dem die meisten Analysten gerechnet hatten -, hätte das Unternehmen sein Marktpotenzial nach Berechnungen von Sanford Bernstein schon um 70 Prozent verbreitert.

Kein kleines Rad, wenn man bedenkt, dass im vergangenen Jahr weltweit 108 Millionen Notebooks verkauft wurden. Und die Umsätze in diesem Marktsegment werden Schätzungen zufolge noch stärker wachsen als der PC-Markt, der nach Gartner in diesem Jahr um 15 Prozent zulegen wird.

Hinzu kommt, dass Apples Umsatzwachstum zunehmend vom Computerabsatz getragen wird. Fast zwei Drittel der im vergangenen Quartal erzielten Umsätze in Höhe von 7,46 Milliarden Dollar stammten aus dem Verkauf von Mac-Rechnern. Und das Marktpotenzial ist noch längst nicht ausgeschöpft. Gegenwärtig gehen etwa drei Prozent der weltweiten Computerumsätze auf das Konto von Apple. Jeder zusätzliche Prozentpunkt Marktanteil schlägt sich in den Apple-Büchern mit einem Umsatzplus von 6 Milliarden Dollar pro Jahr nieder.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%