China/Russland
Chinesische Ölpreisbindung

Über das Abkommen mit Russland zum Kauf von Erdöl über 25 Mrd. Dollar sichert sich China gegen Cash für zwanzig Jahre Rohöl zu Schnäppchenpreisen. Damit ist das langfristige Ölversorgungsproblem Chinas zu einem guten Teil gelöst. Russland mag unzuverlässig sein, aber die Vorteile des Abschlusses überwiegen die Risiken.

Über das Abkommen mit Russland zum Kauf von Erdöl über 25 Mrd. Dollar sichert sich China gegen Cash für zwanzig Jahre Rohöl zu Schnäppchenpreisen. Damit ist das langfristige Ölversorgungsproblem Chinas zu einem guten Teil gelöst. Russland mag unzuverlässig sein, aber die Vorteile des Abschlusses sind so groß, dass die Risiken gut und gerne in Kauf genommen werden können.

Als Gegenleistung für seine Kredite über 25 Mrd. Dollar erhält China in den kommenden zwanzig Jahren insgesamt rund 2,2 Mrd. Barrel an Rohöl. Zuzüglich der Zinsen von fünf Prozent errechnet sich für diesen Zeitraum ein Preis von 17,40 Dollar per Barrel - ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass der Futures-Kontrakt mit der längsten Laufzeit an der New York Mercantile Exchange mit Fälligkeit im Dezember 2017 bei 73,22 Dollar gehandelt wird.

Der Kontrakt deckt etwa acht Prozent der derzeitigen chinesischen Öleinfuhren ab, die sich in den kommenden Jahren spürbar erhöhen dürften. In den Augen der chinesischen Behörden ist die langfristige Erdölversorgung Ausschlag gebend für die nationale Sicherheit. Sie sind nicht bereit dazu, sich über ein bescheidenes Ausmaß hinaus auf den internationalen Spotmarkt zu verlassen. Daher haben chinesische Erdölgesellschaften in den vergangenen Jahren in einer Reihe von afrikanischen Ländern investiert, um den Nachschub sicherzustellen. Mit Venezuela, das zwar über große Ölvorkommen verfügt, aber unzuverlässig ist, ziehen sich die Verhandlungen hin.

Angesichts der Unsicherheiten Chinas hinsichtlich seiner Energieversorgung könnte ein zwanzig Jahre laufendes Abkommen mit Russland, selbst wenn das Land auf unberechenbare Weise regiert wird, als nur mäßig riskant erachtet werden. Dass russische Ölunternehmen ihren Verpflichtungen bei einer Übereinkunft mit China, das in den meisten internationalen Angelegenheiten eine unnachgiebige Haltung einnimmt, nicht nachkommen, dürfte weniger wahrscheinlich sein als beispielsweise bei einer vergleichbaren Verpflichtung gegenüber der passiveren EU.

Russland erhält das Kapital, das es braucht, um seine Erdölindustrie zu modernisieren. Das Land geht gleichzeitig eine auf lange Zeit angelegte Verbindung mit einem großen Kunden ein, der sich auf Wachstumskurs befindet. Und selbst der niedrige Preis, auf dem der Vertrag basiert, könnte sich angesichts der geringen Gewinnungskosten Russlands gar noch als Gewinn erweisen. Zudem garantiert das Abkommen den Absatz, falls es zu einer Ölschwemme kommen sollte.

Es scheinen also beide Seiten von dem Deal zu profitieren, aber der Bedarf der Russen an liquiden Mitteln und der Rückgang der Rohölpreise scheint den chinesischen Unterhändlern in die Hände gespielt zu haben.

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