CIT
CIT zahlt hohen Preis für die Gnadenfrist

Gläubiger wollen dem angeschlagenen US-Mittelstandsfinanzierer mit Krediten über 3 Milliarden US-Dollar unter die Arme greifen. Aber die Retter verlangen harte Konditionen. Die Darlehen sind mit hohen Zinsen und Sicherheitsforderungen verbunden. CIT wird nur mit Glück - und staatlichen Hilfen - überleben können.
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Der US-Mittelstandsfinanzierer CIT zahlt einen hohen Preis für die Galgenfrist. Ein 3-Milliarden-Dollar-Darlehen, über das sich der in Schieflage geratene US-Finanzierer am Montag mit seinen Gläubigern einigte, konnte den schnellen Gang zum Insolvenzverwalter noch einmal abwenden. Aber die Geldgeber haben ihrem verzweifelten Schuldner harte Konditionen auferlegt. Und eine Rettung steht nach wie vor in den Sternen.

Die neue Kreditlinie wird durch nahezu die gesamten freien Vermögenswerte gedeckt, die dem Unternehmen noch verblieben sind. Ihr Wert wird auf das Dreifache der jetzt vereinbarten Kredite geschätzt. Hinzu kommt nach Zeitungsberichten ein Kreditzins von 10 Prozentpunkten über Libor. Für die Gläubiger, darunter Centerbridge, Pimco and Oaktree Capital, ist das kein schlechtes Geschäft.

Die Geldgeber hoffen wohl auch, dass sie den Wert ihrer bereits bestehenden Forderungen erhöhen, wenn es ihnen gelingt, CIT am Leben zu erhalten. Mit der neuen Kreditlinie verfügt CIT über ausreichend Barmittel, um ein Darlehen zurückzuzahlen, das im August fällig wird und im Rahmen eines Zeichnungsangebots abgelöst werden soll. Zudem verschafft der Kredit der Bank einen Puffer, um für den Fall gewappnet zu sein, dass nervöse Kunden ihre zugesagten Kreditlinien in voller Höhe in Anspruch nehmen. Und CIT gewinnt Zeit, seine Schulden zurückzuzahlen, wodurch auch der Druck auf die Kunden nachlässt. Sie könnten sich dadurch ebenfalls schneller von der Krise erholen, selbst wenn ihr Kreditgeber schließlich doch noch aufgeben muss.

Eine kleine Chance besteht auch noch, dass CIT überlebt und es schafft, alle seine Schulden zurückzuzahlen. Diese Hoffnung ist es auch, die das CIT-Management schließlich dazu veranlasst haben dürfte, die Strafkonditionen zu akzeptieren - auch wenn ein Insolvenzverfahren sie billiger kommen dürfte.

Das Unternehmen setzt also weiter auf das Prinzip Hoffnung. Zwar kann das 3-Milliarden-Dollar-Darlehen voraussichtlich nicht verhindern, dass CIT im kommenden Jahr erneut in die Kreditklemme gerät, aber die Kreditmärkte tauen wieder auf. Sie könnten sich bis dahin wieder soweit erwärmt haben, dass das Unternehmen seine Schulden zu tragbaren Konditionen refinanzieren kann.

Und schließlich gibt es auch noch den Staat. Vielleicht lässt die Federal Reserve es zu, dass das Unternehmen weitere Vermögenswerte an seine kleinere Bankentochter überträgt, die sich dann zu günstigeren Konditionen aus dem Diskontfenster der Zentralbank refinanzieren könnte. Oder der staatliche Einlagensicherungsfonds ändert seine Meinung und bürgt für CITs Schulden, wodurch der Weg zu günstigeren Kreditkonditionen frei werden könnte.

Aber all das ist unwahrscheinlich - und löst auch nicht das Problem der hohen Verluste aus der laufenden Geschäftstätigkeit. Aber CIT hat sich alle Wege offen gehalten - wenn auch zu hohen Kosten.

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