Citigroup
Banken: Größe zählt nicht

Nachdem Bear Stearns und Lehman Brothers untergegingen, kam die Argumentation in Mode, dass größere Banken sicherer seien. Das ist Unsinn. Der einzige Weg, um Kreditinstitute sicherer zu machen, ist der, sie dazu zu bringen, geringere Risiken einzugehen. Und sie auf die richtige Größe herunterzubrechen.

Small Is Beautiful - so lautet der Titel eines Buches von E.F. Schumacher, der argumentiert, dass riesige Organisationen schlecht für die Menschheit sind. Die derzeitige Krise zeigt die Weisheit, die in der Parole des Ökonoms steckt. Die Rettung von Citigroup führt dem Beobachter vor Augen, wie schrecklich hässlich "groß" sein kann.

Nachdem erst Bear Stearns und dann Lehman Brothers untergegangen waren, war die Argumentation in Mode gekommen, dass Investmentbanken sicherer sind, wenn sie in größere Institute integriert werden. Das ist Unsinn. Größere Banken sind einfach Furcht erregender, weshalb sie zu groß werden, um zu scheitern. Wie Island jüngst herausfinden musste, kann diese implizite Sicherheit gefährlich werden, wenn die Institute zu groß werden, um noch gerettet werden zu können.

Es hätte nicht der Abwärtsspirale der Citigroup bedurft, um zu zeigen, dass reine Investmentbanken nicht die einzigen sind, die in Schwierigkeiten geraten. Erinnern Sie sich noch an UBS, Wachovia, RBS, HBOS und Fortis? Keine davon war ist reine Investmentbank, aber alle erlitten sie gewaltige Verluste, weil sie sich an riskanten Vermögenswerten versucht hatten. Ihre anderen Geschäftsbereiche trugen wenig dazu, den Schlag abzufedern. Tatsächlich hat vielleicht gerade die Mischung ihrer Geschäftsfelder diese Banken weniger kompetent gemacht, um ihre Handelsgeschäfte zu steuern - oder sogar noch leichtsinniger.

Unglücklicherweise bringt diese Krise sogar noch größere Finanzkonglomerate hervor. Die Bank of America hat Merrill Lynch geschluckt; Barclays und Nomura haben sich an den Überresten von Lehman gütlich getan; JPMorgan hat sich Bear und Washington Mutual geschnappt. Wenn in der Zwischenzeit nichts unternommen wird, dann wird die nächste Krise sogar noch mehr Riesen treffen, die zu gigantisch sein werden, um unterzugehen.

Diese jüngste Haufenbildung ist zu einem gewissen Ausmaß unvermeidlich, aber sie ist nicht wünschenswert. Der wahre Weg, um die Banken sicherer zu machen, liegt nicht darin, sie größer zu machen, sondern sie dazu zu veranlassen, kleinere Risiken einzugehen. Und der wahre Weg, die Welt sicherer zu gestalten, führt dahin, die Banken auf eine Größe zurechtzustutzen, so dass keine zu groß ist, um zu scheitern.

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