Citigroup
Den Golf überbrücken?

Die Investition aus Abu Dhabi hilft Citigroup dabei, ihre derzeitigen Probleme anzupacken. Und Citigroup hat sich damit von einem wachsenden Feld von Banken gelöst, die ihr Kapital erhöhen müssen. Aber das Engagement lässt der Großbank nur wenig Spielraum, um mit neuen Problemen umzugehen oder neue Chancen zu ergreifen.

Citigroup hat sich ein Lob dafür verdient, dass die US-Megabank eine Beteiligung über 7,5 Mrd. Dollar von der Abu Dhabi Investment Authority an Land gezogen hat. Damit löst sie sich von Verfolgern wie Washington Mutual, Countrywide, und sogar Freddie Mac, die auch alle ihr Kapital erhöhen müssen. Trotzdem hat der Bankenriese jetzt immer noch kein besonders dickes Polster.

Sicher, oberflächlich betrachtet, schiebt die Investition das Kernkapital von Citigroup – das von der Branchenaufsicht am stärksten beachtete Kriterium – wieder über die Untergrenze des selbst auferlegten Zielspektrums von 7,5 bis 7,9 Prozent hinaus nach oben. Aber diese Verbesserung könnte sich gleich wieder in Luft auflösen, wenn die Bank vielleicht in diesem Quartal bei CDOs – also bei Wertpapieren, die mit einem Pool von Anleihen, Krediten und anderen Vermögenswerten unterlegt und mit unterschiedlichen Kreditrisiken behaftet sind – weitere Schläge einstecken muss. Es ist die Rede von Abschreibungen über mehr als elf Mrd. Dollar vor Steuern.

Wenn die Eigenkapitalquote der Kategorie 1 ein wenig zurückfiele, wäre das noch lange kein Desaster. Die Bankenaufsicht schlägt erst Alarm, wenn sie auf sechs Prozent sinkt. Aber Citigroup hat sich der höheren Spanne verschrieben. Wenn das Kreditinstitut sie nicht bis zum kommenden Juni – noch ein internes Ziel – erreicht, könnten die Investoren dies als einen weiteren Fehlschlag im Risikomanagement auslegen.

Aber der Weg, der in den nächsten sieben Monaten zurückgelegt werden muss, könnte steinig werden. Zunächst einmal sieht es so aus, als ob der Wert der CDOs und der Hypothekendarlehen zweitklassiger Bonität über 55 Mrd. Dollar, die Citigroup in den Büchern hat, wahrscheinlich weiter fallen wird. Und auch wenn Citigroup hartnäckig darauf zu bestehen scheint, wird die Bank ihre außerhalb der Bilanz geführten Investmentvehikel für strukturierte Produkte nicht retten. Diese Vermögenswerte über rund 80 Mrd. Dollar in ihre Bücher zu verlagern, könnte die Eigenkapitalquote noch einmal fast einen halben Prozentpunkt kosten, hat Morgan Stanley berechnet.

Dabei sind Probleme, die möglicherweise anderswo auftreten können, noch gar nicht einmal berücksichtigt. So sickern zum Beispiel die Schwierigkeiten bei den US-Hypotheken gerade erst in andere Märkte wie Autofinanzierungen und Kreditkartenforderungen ein.

Solche Schwierigkeiten würden dazu führen, dass Citigroup noch mehr Kapital aufnehmen muss. Zumindest hat die Bank Optionen. Sie hat bereits einige Vermögenswerte verkauft. Sie stockt ihr Eigenkapital im Januar um 4,6 Mrd. Dollar auf, um die Akquisition der japanischen Nikko Cordial zu finanzieren. Und ihre Viertelbeteiligung am brasilianischen Kreditkartenbearbeiter Redecard ist rund vier Mrd. Dollar wert. Es könnte also genug Bares zusammenkommen, damit die Jahresdividende von zehn Mrd. Dollar nicht gekürzt werden muss.

Aber Citigroup kreist bei all diesen Bewegungen immer noch um ihren eigenen Nabel, während besser kapitalisierte Konkurrenten wie JPMorgan und HSBC die schwierige Marktlage zu ihrem Vorteil nutzen können.

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