Citigroup
Die fantastischen Vier?

Die schwer angeschlagene Citigroup braucht dringend einige erfahrene und angesehene Marktschwergewichte im Vorstand. Mit dem ehemaligen Boss von Pimco, einem Fed-Präsidenten im Ruhestand und zwei Bankchefs mit Köpfchen könnte es gelingen - vorausgesetzt, die Zusammenarbeit mit Citigroup-Chef Vikram Pandit funktioniert.
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Die Board-Mitglieder von Citigroup haben mit ihrer Vorschlagsliste der für das Gremium Nominierten den richtigen Ton getroffen. Die schwer angeschlagene Bank braucht dringend einige erfahrene und angesehene Marktschwergewichte als Verstärkung. Mit dem früheren Boss von Pimco, einem Fed-Präsidenten im Ruhestand und zwei ehemaligen Bankchefs könnte es gelingen. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die Aktionäre auf der Jahreshauptversammlung im kommenden Monat für diese Fantastischen Vier stimmen und ihre Zusammenarbeit mit Citigroup-Chef Vikram Pandit funktioniert.

Auf dem Papier allerdings sieht es so aus, als könnten die Auserkorenen dem Board der Bank viel von dem geben, was er braucht. Anthony Santomero, zum Beispiel, bringt eine Mischung aus Theorie und Praxis mit sich: Er war Professor für das Finanzwesen und stellvertretender Dekan von Wharton, bevor er im Jahr 2000 eine sechsjährige Amtszeit als Präsident der Philadelphia Federal Reserve antrat.

Jerry Grundhofer und Michael O?Neill haben zwei unterschiedliche Ansätze anzubieten, wie man eine Bank erfolgreich leitet. Grundhofer weiß, wie man Banken am besten zusammenführt: Über Fusionen hat er US Bancorp erst geschaffen und dann geleitet, eines der wenigen US-Finanzinstitute, das bisher den schlimmsten Auswüchsen der Kreditkrise entkommen konnte.

O?Neill - der den meisten in Großbritannien vielleicht dadurch am intensivsten in Erinnerung geblieben ist, dass er 1999 an seinem ersten Arbeitstag als neuer Chef von Barclays aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten ist - weiß, wie man Banken wieder auseinander reißt. Während der vier Jahre, in denen er am Anfang dieser Dekade die Leitung der Bank of Hawaii inne hatte, warf er die Bereiche des Unternehmens, die hinter den Erwartungen zurückblieben, über Bord und richtete die Bank konzentriert auf ihre Kernbereiche aus - eine Tatsache, die Citigroup mit Nachdruck hervorhebt.

Und schließlich ist William Thompson zu nennen, der im Dezember bei Pimco ausgeschieden war. Seine Erfahrung im Bereich Festverzinsliche könnte sich als nützlich erweisen, um die verseuchten Vermögenswerte in der Bilanz der Citigroup anzupacken. Und den Mann an der Seite zu haben, der die Firma leitete, die es fertig brachte, dass die US-Regierung und die Fed über das Fiasko beim Schuldenswap von GMAC hinwegsahen, ist auch kein Nachteil.

Natürlich werden die Vier gut gelenkt werden müssen - um ihre Talente dort einzusetzen, wo sie am nötigsten gebraucht werden, um sicher zu stellen, dass sie Gehör finden und auch um zu verhindern, dass die Egos von Pandit und diesen ehemaligen Herrschern über ihre eigenen Fürstentümer nicht allzu heftig aufeinander prallen. Das könnte keine allzu leichte Aufgabe werden. Aber was ist schon einfach bei der Citigroup? Darum werden die Vier ja gebraucht.

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