Citigroup/Parsons: Citigroup: Insidergeschäft!

Citigroup/Parsons
Citigroup: Insidergeschäft!

Der neue Chairman der Citigroup, Richard Parsons, muss sich erst noch gründlich beweisen. Der ehemalige Chef von Time Warner hatte ebenfalls ein wankendes Konglomerat aufgebaut. Und da er seit 1996 dem Board von Citigroup angehört und seit letztem Sommer leitendes Verwaltungsratsmitglied ist, zählt er zur alten Garde der Bank. Parsons muss sich einer Bewährungsprobe unterziehen. Aber wenigstens bleibt das Institut bei der Ämtertrennung zwischen Chairman und Chief Executive.

Citigroup hat Recht, ihren Chairman Sir Win Bischoff abzulösen. Sir Win ist zwar ein fähiger Banker, aber er residierte im Ausland und schien im vergangenen Jahr nur eine Nebenrolle zu spielen - nicht sehr nützlich für den Leiter einer bedeutenden US-Bank mitten in einer Krise. Ein weiteres gutes Zeichen ist, dass die Citigroup die Trennung der Ämter von Chairman und Chief Executive beibehalten will. Aber Sir Wins Nachfolger, Richard Parsons, wird sich erst noch gründlich beweisen müssen.

Zunächst einmal hat auch der ehemalige Time Warner-Chef ein eigenes wankendes Konglomerat geschaffen, das jetzt ebenfalls Verluste schreibt und wieder auseinander genommen werden soll. Darüber hinaus zählt er bei der Citigroup zur alten Garde: Er gehört dem Board der Bank seit 1996 an und ist über die Jahre durch die vielen verschiedenen Krisensituationen des Mega-Instituts gegangen.

Tatsächlich war es ihm als leitendem Verwaltungsratsmitglied - diese Rolle hatte er im vergangenen Sommer übernommen - zugefallen, im November eines der härtesten Dementis des Jahres vorzubringen: Nein, Bischoff würde nicht ausgetauscht, der entsprechende Bericht des "Wall Street Journal", das exklusiv über die Ablösung des Chairman berichtet hatte, sei "völlig falsch".

Natürlich kann die Bank argumentieren, dass sich zwischenzeitlich in diesen zwei Monaten viel verändert hat. Als hauptberuflich in der Unternehmensleitung tätiger Chairman sollte Parsons überdies besser in der Lage sein als in seiner Rolle als einfaches Verwaltungsratsmitglied, den Kurs der Bank stärker zu beeinflussen. Und wozu immer es auch gut sein mag: Parsons findet Gehör beim neuen US-Präsidenten. Da die Citigroup ohnehin fast schon ein Mündel des Staates ist, könnte dies noch einer seiner größten Vorzüge sein.

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