Citigroups Kreditverkauf
Schnäppchenjagd

Kreditengagements werden schon eine Weile zu Kursen angeboten, die sie für schuldenfreie oder gering verschuldete Käufer attraktiv machen dürften. Der Verkauf eines Citigroup-Kreditportfolios mit einem Volumen von 12 Milliarden Dollar an Beteiligungsgesellschaften würde das bestätigen. Der Kreditmarkt selbst dürfte aber noch eine Weile brauchen, bis er wieder anzieht.

Die Nachricht, dass Citigroup ein Kreditvolumen von 12 Milliarden Dollar an eine Gruppe von Beteiligungsgesellschaften zu verkaufen plant, könnte das Ende der Kreditkrise signalisieren. Eine Zeit lang wurden diese Leveraged Loans zu Kursen angeboten, die sie für schuldenfreie oder gering verschuldete Käufer attraktiv machen sollten. Bis jetzt hat noch keiner angebissen. Ein erfolgreicher Verkauf des Citi-Kreditportfolios würde darauf hindeuten, dass sich die Stimmung wandelt.

Natürlich kommt es letztendlich auf die Konditionen an, über die noch verhandelt wird. Nach Berichten schlägt Citi einen Verkauf für 90 Cent pro Dollar vor. Die Rendite der zur Verhandlung stehenden Kredite ist nicht bekannt, unterstellt man aber den typischen Spread von 250 Basispunkten über Libor, dann ergibt sich eine Effektivverzinsung –laufende Verzinsung plus Kapitalgewinn bei Rückzahlung der Anleihe zum Nennwert – von etwa Libor plus 550 Basispunkten, wenn man eine Laufzeit von vier Jahren annimmt. Bei den gegenwärtigen Liborsätzen ergibt sich daraus für einen schuldenfreien Investor eine jährliche Rendite von knapp 8 Prozent.

Das ist gar nicht schlecht, aber immer noch nicht gut genug, um in die Nähe der üblicherweise von Beteiligungsgesellschaften angestrebten Renditen von 20 Prozent zu kommen. Aber die Differenz kann über Kredithebel wettgemacht werden. Zieht man eine Reihe von kleinen, unproblematischen Darlehensverkäufen in den USA zum Vergleich heran, dann waren Banken bereit, entsprechend werthaltige Portfolios mit bis zu 75% über Kredite zu finanzieren. Das entspricht etwa einem Kredithebel mit dem Faktor 4 auf ein Darlehensportfolio mit typischen Finanzierungskosten von 150 Basispunkten über Libor. Wenn Citi bereit wäre, den Beteiligungsgesellschaften ähnliche Kredite einzuräumen, ergäbe sich eine Gesamtrendite für das oben genannte Beispielportfolio von Libor plus 1750. Das entspräche bei heutigen Liborsätzen einer Verzinsung von knapp unter 20 Prozent.

Ein erfolgreicher Verkauf würde dazu beitragen, den Kreditmarkt zu stabilisieren. Aber das 12-Milliarden-Dollar-Geschäft würde den Überhang an Beteiligungskrediten, die mit 200 Milliarden Dollar auf den Bankbilanzen lasten, kaum beeinflussen. Auch wenn Kreditfonds kürzlich wieder angefangen haben, Kapital einzusammeln, die schiere Menge an verfügbaren Kreditbeständen – in allen möglichen Formen – reicht aus, um die Nachfrage mehrfach zu befriedigen.

Es sollte auch niemand glauben, dass der erfolgreiche Verkauf eine Initialzündung auf dem Kreditmarkt verursachen könnte. Dazu muss schon mehr passieren als eine Handvoll verzweifelter Investoren, die ihre Zehen ins kalte Wasser tauchen. Dazu müssen die strukturierten Kreditangebote, die Hedgefonds und die ganze Bandbreite der Investoren an den Markt zurückkehren. Der Weg bis dahin scheint noch lang.

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