Coca-Cola
Neuer Schwung

Die Aktien des Limonadenherstellers Coca-Cola sind endlich wieder zum Leben erwacht. Der angehende Chief Executive Muhtar Kent könnte genau der richtige Mann sein, um den Schwung aufrecht zu erhalten. Viele gute Nachrichten sind schon im Aktienkurs enthalten, aber Coke bleibt ein solider Fels in einem wechselhaften Umfeld.

Es sprudelt wieder bei Coca-Cola. Nachdem sie jahrelang vor sich hin gedümpelt sind, haben die Aktien des Limonadenherstellers in diesem Jahr 33 Prozent zugelegt. Mit seiner ausgedehnten internationalen Erfahrung und seiner Bereitschaft, mutige Abschlüsse vorzunehmen, sieht Muhtar Kent genau wie der richtige Mann aus, um diesen Schwung aufrecht zu erhalten. Coke-Aktien mögen nicht mehr länger ein Schnäppchen sein, aber sie bleiben eine sichere Wette in einem unsicheren wirtschaftlichen Umfeld.

Coca-Cola erwirtschaftet jetzt fast drei Viertel ihres Umsatzes und des Betriebsgewinns im Ausland. Das kommt den Stärken von Kent, der in der Türkei geboren wurde, genau entgegen. Er hatte verschiedene Führungspositionen bei Coca-Cola in Europa inne und diente als Präsident des internationalen Bereichs der Firma. Kent hat die Bereitschaft an den Tag gelegt, die Art von aggressiven Akquisitionen vorzunehmen, die für eine künftige Wachstumssteigerung notwendig sind. Er hat im Mai den Kauf von Glaceau über 4,1 Mrd. Dollar angeführt – den größten Zukauf, den Coca-Cola jemals getätigt hat.

Es bleibt allerdings noch viel zu tun. Ganz oben auf der Liste stehen nach wie vor, die wachsende Vorliebe der Kunden in den entwickelten Märkten für Getränke zu bedienen, die nicht mit Kohlensäure versetzt sind, und das starke Wachstum auf ausländischen Schlüsselmärkten aufrecht zu erhalten. Zudem muss das Unternehmen weiter daran arbeiten, seine Beziehungen zu den Abfüllern zu verbessern.

Die Coke-Aktien wurden aber auch durch Faktoren gestützt, die außerhalb der Kontrolle des Managements lagen: das starke Interesse der Investoren an defensiven Aktien und der schwache Dollar, der den Wert der im Ausland erzielten Ergebnisse erhöht. Kent wird eine klare Vision ausarbeiten müssen, wie er Werte frei setzen will, ohne dabei auf einen solch günstigen makroökonomischen Rückenwind angewiesen zu sein.

Bei einem Kurs von zuletzt 63 Dollar und zu einem 21fachen der Ergebnisse für 2008 können Coca-Cola-Aktien nicht mehr als Schnäppchen gelten. Und eine überschäumende Wachstumsgeschichte hat das Unternehmen auch nicht vorzuweisen. Trotzdem schätzt Goldman Sachs, dass das Unternehmen in den kommenden drei bis fünf Jahren eine kontinuierliche Ergebnissteigerung um elf bis zwölf Prozent auf Jahresbasis vorweisen kann. Vor dem Hintergrund einer drohenden Rezession oder zumindest eines langsameren Wirtschaftswachstums, ist das für die Investoren vielleicht um einiges aufregender, als es im ersten Moment erscheinen mag.

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