Computerhersteller
PC-Markt: Expedition in Sachen Wachstum

Es werden immer weniger Computer verkauft. Spottbillige Notebooks und die aufstrebenden Märkte gehören zu den wenigen verbliebenen Bereichen, die ein passables Wachstum aufzeigen. Die Gespräche von Lenovo mit dem brasilianischen PC-Hersteller Positivo Informatica könnten ein Versuch sein, dieser Entwicklung Rechnung zu tragen. Die Konkurrenten sollten sich lieber nicht abhängen lassen.

Es werden immer weniger Computer verkauft. Spottbillige Notebooks und die aufstrebenden Märkte gehören zu den wenigen verbliebenen Bereichen, die ein starkes Wachstum aufzeigen. Die Gespräche von Lenovo mit dem brasilianischen PC-Hersteller Positivo Informatica könnten ein Versuch sein, dieser Entwicklung Rechnung zu tragen. Es ist zwar nicht der allergünstigste Zeitpunkt für Akquisitionen, aber die Konkurrenten sollten sich lieber nicht abhängen lassen.

Die sich abschwächende Weltwirtschaft wird den PC-Absatz schwer beeinträchtigen. Auf einen neuen Computer wird man in schwierigen Zeiten noch am ehesten verzichten. Der globale Absatz dürfte 2009 nur um 3,8 Prozent steigen gegenüber 12,4 Prozent in diesem Jahr, schreibt die Research-Gruppe IDC. In den USA ist mit einem Rückgang des Absatzes zu rechnen. Darüber hinaus fallen die Computerpreise schnell. Alles in allem und trotz immer noch steigender Absatzmengen wird der Dollar-Wert der globalen PC-Verkäufe im kommenden Jahr um mehr als fünf Prozent zurückgehen.

Das bedeutet, dass die Unternehmen sich etwas einfallen lassen müssen, um ihren Umsatz anzukurbeln - und eine Quelle dafür könnten superbillige Notebooks sein. Im vergangenen Quartal wurden 5,6 Mill. Netbooks, also im Grunde sehr einfach ausgestattete Laptops, verkauft und damit um 160 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum, berichtet die Research-Firma Gartner. Sowohl Lenovo als auch Positivo stellen Netbooks her.

Eine andere Wachstumsoption sind die aufstrebenden Märkte. Dort hat sich der PC-Absatz in diesem Jahr um mehr als 17 Prozent erhöht. In den ausgereiften Märkten lag das Plus bei sechs Prozent. Wenn Lenovo Positivo kaufen würde, würde die zusammengelegte Gruppe über einen Anteil von acht Prozent am globalen PC-Markt verfügen. Wichtiger noch: Lenovo könnte in Brasilien Fuß fassen, einem großen, sich entwickelnden Markt. Damit könnte sich die Firma neben ihren bereits bestehenden Inlandsbeteiligungen in China weitere Vorteile verschaffen.

Dem Wachstum hinterher zu jagen, muss nicht unbedingt zu höheren Gewinnen führen. Sowohl der Verkauf von Netbooks als auch die Geschäftstätigkeit in den Schwellenländern sind weniger rentabel, als etwa technisch raffiniertere Laptops in den USA unter die Leute zu bringen. Doch die Größenvorteile bei der PC-Herstellung könnten dazu beitragen, die niedrigeren Gewinnspannen auszugleichen. Die Konkurrenten, die nicht versuchen, dem Beispiel von Lenovo auf den aufstrebenden Märkten zu folgen, laufen Gefahr, dass ihr Umsatz weg bricht.

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