Consumer Electronics Show: Auf der Straße nach Nirgendwo

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Consumer Electronics Show
Auf der Straße nach Nirgendwo

Die Consumer Electronics Show (CES), die am Montag in Las Vegas eröffnet wurde, ist auf einem gefährlichen Weg. Die CES sollte sich aufteilen. Sonst droht der Messe das gleiche Schicksal wie dem früheren Rivalen Comdex, der unter seinem eigenen Gewicht zusammengebrochen ist.

So wie in Las Vegas das Glücksspiel gedeiht, so floriert auch die jährliche Consumer Electronics Show (CES), die in dieser Woche dort ihre Pforten öffnet. Gut 2 700 Aussteller wollen ihre neusten Entwicklungen auf über 1,8 Mill. Quadratmetern Ausstellungsfläche vorstellen.

Die Höhepunkte dieses Jahres beinhalten Bill Gates von Microsoft und die Fernseh-Kriegsprinzessin Xena sowie die Möglichkeit, die Reifen an einem Formel Eins Auto in einem Pit Stop-Nachbau zu wechseln. Aber auch all dieser Glitter gibt vielleicht keinen Anlass zu feiern.

Denken wir an den einstigen Rivalen Comdex. 1979 begann Comdex als kleines Event für technische Insider, um zu zeigen, welche Hardware oder Software sie für ihre Arbeit gebrauchen könnten. Als die Technikindustrie wuchs, kamen mehr Firmen und mehr Leute. Das Angebot erweiterte sich und deckte jeden Bereich, angefangen mit Unterhaltungselektronik bis hin zu Internetanbietern ab. 1999 zog Comdex 200 000 Besucher an und nahm 1 Mill. Quadratmeter Ausstellungsfläche in Anspruch.

Die Ausstellung stürzte in den Bankrott. Sicherlich, die "Dotcom"-Explosion und die Terroristenangriffe von 2001 ließen die Etats der Aussteller und Besucher schrumpfen. Aber das Schlüsselproblem war, dass wichtige Teilnehmer wie IBM und Gateway ihr Interesse verloren. Die Masse und die Ausgaben machten die Ausstellungsräume zu einem schlechten Ort, um Geschäfte abzuschließen.

Die CES riskiert nun auch, den Schwerpunkt zu verlieren. Während elektronische Waren sich im Leben der Menschen ausbreiten, wird es schwerer, Unterhaltungstechnologie zu definieren. Tatsächlich hält General Motors Chef Rick Wagoner eine der Schlüsselreden. Autos sind zwar auch mit technischen Spielereien gespickt, aber gehören sie Seite an Seite mit Spielkonsolen?

Der Schwerpunkt der CES sind Konsumartikel, keine gewerblichen Produkte. Das könnte der CES vielleicht eine gewisse Immunität gegen den Comdex-Fluch geben. Die Masse anzuziehen mag so nützlich sein, wie auch die rare Elite anzulocken. Aber wie jeder Nachtclubbesitzer weiß, ist ein kräftiger Türsteher an der Samtabsperrung eine Art, Popularität und Profite zu wahren. Würde man die CES in exklusivere Ableger wie Spiele, Fahrzeuge und Heimartikel aufteilen, blieben die Computerfreaks vielleicht auch weiterhin interessiert.

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