Credit Suisse
Schock und Auweh

Nur eine Woche nachdem die Credit Suisse vergleichsweise robuste Ergebnisse vorlegte, belasten weitere Abschreibungen in Höhe von einer Milliarde Dollar den Gewinn. Schuld sind dumme Fehler. Die aber sind in volatilen Märkten nur allzu verbreitet. Selbst die besten Banken haben da Mühe sich aufrecht zu halten.

Der jüngste Bankenschock sollte vielleicht nicht zu sehr schocken. Aber die Ankündigung einer Gewinnbelastung von einer Milliarde Dollar im ersten Quartal reichte, um die Credit-Suisse-Aktionäre am Dienstag aufzurütteln und den Aktienkurs schnell um 10 Prozent nach unten zu drücken. Als Ursache für die Wertberichtigungen nannte Credit Suisse dumme Fehler, die Händlern bei der Bewertung von hypothekengesicherten Immobiliendarlehen unterlaufen seien. Die Fehler erscheinen im Zuge der anhaltenden Turbulenzen auf den Kreditmärkten nur allzu bekannt.

UBS´ massive Abschreibungen haben weitere Schocks nach sich gezogen. Société Générale schockte mit einem betrügerischen Wertpapierhändler. Merrill Lynch und Citigroup haben sich demütig an Sovereign Wealth Funds gewandt – gleich beide, schockierend genug. Diese Schocks setzen den Markt unter Strom. Credit Suisse hat jetzt nur deutlich vor Augen geführt, dass zurzeit die einzige Sicherheit in der Unsicherheit besteht.

Credit Suisse könnte letztendlich die Situation auch wieder entschärfen. Auch wenn die Abschreibungen im ersten Quartal um 50 Prozent höher ausfallen als die Abschreibungen im gesamten Jahr 2007 wäre ihre Wirkung weitaus weniger haarsträubend gewesen, wenn Credit Suisse sie in der vergangenen Woche zusammen mit dem respektablen Ergebnis des vierten Quartals veröffentlicht hätte. Aber vor dem Hintergrund der verbreiteten Unsicherheit gibt es keine Garantie dafür, dass die jüngsten Abschreibungen das Ergebnis der letzten „Fehlbewertung“ von strukturierten Kreditprodukten sein werden. Es könnte sogar dazu kommen, dass die Ergebnisse des abgelaufenen Jahres berichtigt werden müssen.

Credit Suisse musste erkennen, dass es weitaus weniger gefeit vor Marktbewegungen ist als es glauben machen wollte. Aber die schnelle Offenlegung könnte zumindest ein Minimum an Zuversicht begründen. Katalysator der Offenheit könnte dabei die geplante Ausgabe einer Anleihe im Wert von 2 Milliarden Dollar gewesen sein. In jedem Fall aber unterstreicht sie das neue Bekenntnis der Bank zur Transparenz. Für Investoren könnte das bedeuten, dass sie Grund haben zu hoffen, in Zukunft rechtzeitig und offen über bevorstehende Abschreibungen unterrichtet zu werden. Schocks sind dann nicht mehr zu befürchten.

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