CSX/TCI
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Auch wenn CSX das Ergebnis hinauszögert, sieht es so aus, als ob mindestens zwei der fünf Kandidaten, die von den aktivistischen Fonds TCI und 3G aufgestellt worden sind, es in den Board geschafft hätten. CSX ist kein hoffnungsloser Fall, aber die Bemühungen der Eisenbahngesellschaft, die Fonds abzuwehren, haben einen unbeweglichen Vorstand an den Tag gebracht, der aufgerüttelt werden muss.

CSX hat ihre Jahreshauptversammlung auf einem Verschiebebahnhof am Stadtrand von New Orleans abgehalten - einen Ort, den die aktivistischen Fonds The Children?s Investment Fund (TCI) und 3G Capital als "einen Sumpf" bezeichnet haben. Abgestimmt werden sollte über fünf neue Board-Mitglieder, die die beiden Fonds ins Spiel gebracht hatten, um einige der zwölf von der Eisenbahngesellschaft favorisierten Vertreter abzulösen.

Die Abstimmung geriet zu einem Reinfall. Die Aktivisten behaupteten zunächst, dass es zwei ihrer Vertreter in das Gremium geschafft hätten. Dann waren es plötzlich schon vier. Und die Eisenbahngesellschaft bezeichnete das Ergebnis als zu knapp, als dass vor der erneuten Aktionärsversammlung am 25. Juli schon ein endgültiges Ergebnis verkündet werden könnte. Aber es sieht so aus, als ob sich mindestens zwei der von den Dissidenten Nominierten mehr als genug Unterstützung von den Aktionären gesichert hätten. Das Unternehmen verdient es, dass der Board kräftig aufgerüttelt wird.

Michael Ward, der Chef von CSX, hat die Fonds bekämpft, seitdem sie zum ersten Mal gegen Ende 2006 Aktien an dem Unternehmen gekauft hatten. Man kann schon verstehen, dass er heftig auf den alt gedienten Aktivisten TCI, der sich unter anderem bei ABN Amro ausgelebt hat, reagiert hat. Ein New Yorker Gericht hat CSX in diesem Monat Recht gegeben, dass TCI und 3G gegen die Richtlinien der Offenlegung verstoßen haben. Es ist also nicht so, dass die Fonds nicht mit harten Bandagen gekämpft hätten.

Aber Ward und CSX haben sich nie ernsthaft mit den strategischen, operativen und finanziellen Fragen auseinander gesetzt, die die Fonds aufgeworfen haben, die anführten, dass CSX trotz ihres annehmbaren Abschneidens in den vergangenen Jahren noch besser dastehen könnte. Stattdessen hat die Eisenbahnfirma wiederholt die Motive und Methoden der Fonds angegriffen.

Die Taktik des Unternehmens hat den Eindruck erweckt, als sei der Board nicht willens, sich mit den Bedenken zweier großer Aktionäre auseinander zu setzen. Andere Aktionäre gehen zwar gewöhnlich nicht so aggressiv vor wie aktivistische Hedge Fonds, aber ihre finanziellen Interessen liegen üblicherweise auf einer Linie. Das könnte zur Erklärung beitragen, warum viele von ihnen offensichtlich zumindest einige der Vorstandskandidaten der Fonds unterstützt haben.

Die neuen Board-Mitglieder werden Ward zweifellos ein bisschen mehr unter Druck setzen, wenngleich sich nur mit der Zeit herausstellen wird, ob dies auch zu einem dauerhaft festeren Aktienkurs führt. Aber für andere Unternehmensbosse und Vorstände, die versucht sind, in den Aktivisten nur einen Feind zu sehen, birgt die Geschichte eine Botschaft: Schare deine Freunde eng um dich, und deine Aktionäre noch enger.

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