CVS Caremark
Drogerie-Cowboy

Die Drogeriekette CVS hat die Konkurrenten überflügelt, seitdem sie den Anbieter von Gesundheitsvorsorgediensten Caremark billig eingekauft hat. Aber CVS hat die Vorteile dieses Zusammenschlusses noch nicht definitiv bewiesen. Durch die Übernahme des Konkurrenten Longs Drugs könnte sich dieser Nachweis weiter hinauszögern.

CVS Caremark hat sich noch eine Portion auf den Teller geschaufelt. Dabei versucht die Drogeriekette immer noch, das Beste aus ihrer Akquisition von Caremark, einem Anbieter von Gesundheitsvorsorgediensten, zu machen. Die Übernahme von Longs Drugs für 2,6 Mrd. Dollar, die nun angekündigt wurde, bringt die Gefahr einer Übersättigung mit sich.

Bisher geht die Offerte für Longs Drugs spurlos an den CVS-Aktionären vorbei. Das kann man verstehen, hat sich doch der letzte Deal des Unternehmens, so wie es aussieht, ausgezahlt. Seitdem die Kette Ende 2006 eingewilligt hatte, Caremark für 26 Mrd. Dollar zu kaufen, sind die Aktien von CVS fast um ein Drittel gestiegen. Im Gegensatz dazu, waren die Titel der Drogerie-Konkurrenten Rite Aid und Walgreens unter Druck geraten, da der Wettbewerb seitens des Einzelhandelsgiganten Wal-Mart seinen Tribut forderte.

Unglücklicherweise ist CVS bis jetzt den Beweis schuldig geblieben, viel mehr geleistet zu haben, als mit Caremark einen billigen Vermögenswert eingesammelt zu haben. Betrachten wir das Ganze einmal aus einem anderen Blickwinkel: Ein Investor, der Caremark-Papiere vor der ursprünglichen Offerte von CVS gekauft und daran festgehalten hatte, ist heute um mehr als 30 Prozent reicher. Das klingt angesichts schwindender Märkte vielleicht gar nicht so schlecht. Hätte der Anleger aber sein Geld stattdessen in den Caremark-Rivalen Express Scripts gesteckt, wäre seine Investition um rund 130 Prozent vorangekommen.

Wie angegossen hatte Caremark ohnehin nie zu CVS gepasst. Das fusionierte Unternehmen hatte versprochen, neue Produkte und größeren Komfort für die Kunden zu schaffen. Aber die konventionellen Apotheken der alten Schule wollen, dass ihre Kunden den vollen Preis bezahlen. Da die Manager einer Gesundheitsvorsorgefirma als Mittler agieren und Geschäfte durch das Anbieten von Rabatten hinzugewinnen, kann es hier zu Konflikten kommen. Zusätzliches Konfliktpotenzial könnte auf Caremark dadurch zukommen, dass konkurrierende Drogerien sich wahrscheinlich ungern eines Gesundheitsdienstleisters bedienen, der CVS gehört.

Es könnte schon erste Anzeichen geben, dass sich Caremark innerhalb von CVS wund scheuert. Die Manager der Konkurrenzanbieter berichten über ein gutes zweites Quartal und rechnen damit, dass der Rest des Jahres sogar noch besser ausfällt. Die Gewinne aus dem Caremark-Geschäft haben sich dagegen als kleine Enttäuschung erwiesen und die Firma erwartet in den verbleibenden Monaten des Jahres eine gedämpfte Entwicklung.

Es wäre zwar ein Fehler, solche Störungen in der kurzfristigen Entwicklung über Gebühr zu betonen. Aber CVS muss erst noch beweisen, dass der Zusammenschluss mehr ist als die Summe seiner Teile. CVS hat gezeigt, dass die Kette billig zukaufen und einige Kosten senken kann. Aber die Akquisition gründete auf einer strategischen Verlagerung. Noch ein Unternehmen zu kaufen, könnte CVS von wichtigeren Angelegenheiten ablenken.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%