Das Angebot an Inflationsversicherungen wird knapp
Ein Berg von Geld

Für Investoren wird es immer schwieriger, sich der Inflation zu entziehen. Die naheliegenden Absicherungsinstrumente – Gold, Rohstoffe und Immobilien – sind teuer. Inflationsgeschützte Anleihen bieten nur niedrige Renditen. Und Aktien müssen sich weltweit an ein raueres Klima anpassen. Die anschwellende monetäre Flut könnte also manches Investmentschiff zum Sinken bringen.

Inflationsschutz: Es ist schon fast Gesetz, dass Inflation Finanzanlagen hart trifft. Steigen die Preise, sinkt der Realwert jeder Anlage, die mit einem Nominalwert versehen ist. Bargeld, Anleihen und Derivate, Bollwerk der meisten Portfolios, sind davon betroffen. Anleger, die die Inflation fürchten, brauchen also entweder hohe Renditen oder wertbeständige Anlagen zu vernünftigen Preisen. Traurig nur, dass beides im Augenblick knapp ist.

Die Renditen festverzinslicher Anleihen kleben auf Vor-Inflationsniveau. Der US-Tagesgeldsatz liegt zwei Prozentpunkte unterhalb der gegenwärtigen Inflationsrate und die Rendite 10-jähriger Staatsanleihen gleicht sie nur in etwa aus. Selbst im relativ renditestarken Großbritannien bringen 10-jährige Obligationen gerade einmal 5 Prozent. Damit kann man sich so gut wie gar nicht gegen einen Preisniveauanstieg versichern, der vielleicht noch einige Jahre anhält.

Auf der anderen Seite sind die Preise der meisten inflationssicheren Anlagen der Inflationskurve weit vorausgeeilt. Die Abfolge von Immobilien- und Rohstoffblasen hat dazu beigetragen, die Lohn-Preis-Spirale anzukurbeln. Jetzt verharren die Preise auf so hohem Niveau, dass Anleger, die heute einsteigen, aller Voraussicht nach mit herben Verlusten rechnen müssen. Theoretisch sind Aktien ein guter Inflationsschutz, da die Umsätze der Unternehmen mit dem allgemeinen Preisniveau steigen. Dabei gibt es allerdings ein großes Problem, auch für die 60 Prozent der Marktwerte, die nicht zur inflationsanfälligen und immer noch boomenden Rohstoffbranche gehören. Der Preisniveauanstieg drückt auf die Gewinnspannen, auch ohne Rezession. Für Manager ist es schwer, Preissteigerungen mit der gleichen Geschwindigkeit durchzusetzen, mit der die Kosten steigen.

Während der großen Inflation der 1970er-Jahre verloren viele Anleger ihr Vertrauen in die Märkte und bewerteten Unternehmen nur noch mit einstelligen Kurs-Gewinn-Verhältnissen. Die Kurse lagen damit weit unterhalb des heutigen globalen Marktniveaus, das nach Schätzungen von SocGen beim 14-fachen der für 2008 erwarteten Gewinne liegt. Eine Wiederholung des Bewertungsrückgangs würde also zu schmerzhaften Verlusten führen.

Da also attraktive inflationssichere Anlagealternativen fehlen, ist es kein Wunder, dass Investoren sich nach inflationsgeschützten Rentenwerten umsehen. Der Haken ist nur: die Nachfrage ist so groß, dass die Renditen niedrig liegen. Die Spanne reicht von 1,3 Prozent in den USA bis zu 2 Prozent in Deutschland.

Diese Rendite ist typisch für eine Nach-Inflations-Ära, sie ist allerdings allemal besser als der reale Verlust, den andere festverzinsliche Produkte voraussichtlich erwirtschaften werden. Und schließlich sollten Investoren froh sein, bei der steigenden Inflationsflut den Kopf über Wasser halten zu können.

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