Delta
Wieder auf der Startbahn

Delta verbuchte einen ansehnlichen Gewinn im dritten Quartal und übertraf damit die Schätzungen der Analysten. Steigende Kosten dämpften die gute Stimmung allerdings. Aber wenn der Carrier, der jüngst sein Vergleichsverfahren erfolgreich abgeschlossen hat, weiter die Inlandskapazitäten kürzen und die Kosten kontrollieren kann, dann sieht die Zukunft viel versprechend aus.

Die Gewinne von Delta Air Lines lagen im ersten vollen Quartal, nachdem die US-Fluggesellschaft ihr Vergleichsverfahren abgeschlossen hat, erfreulich weit über den Schätzungen der Analysten. Allerdings trübten steigende Kosten die gute Stimmung. Doch das Unternehmen hat signalisiert, dass es weiterhin die Inlandskapazitäten kürzen will und einer Konsolidierung offen gegenübersteht. Das könnte der gesamten Branche in den USA helfen, in den kommenden Quartalen höhere Gewinne einzufahren.

Der Umsatzzuwachs um zehn Prozent im Berichtsquartal wurde durch einen unerwarteten Anstieg der Kosten um vier Prozent gedämpft. Die Posten Flugzeugwartung, Vertragsdienstleistungen und Löhne kletterten, auch wenn Delta geleaste Flugzeuge zurückgegeben und Inlandskapazitäten gestrichen hat. Die Sparmaßnahmen, die die Fluggesellschaft während des Insolvenzverfahrens eingeleitet hatte, hätten im Berichtszeitraum eigentlich zu deutlich geringeren Kosten gegenüber dem Vorjahr führen müssen. Aber die Kosten nach Sitzplatzkapazitäten pro Flugmeile gingen nur einen Tick nach unten.

Daraus lässt sich schließen, dass, wie so oft, der Gegenwind von der Kostenseite her bläst. Die hohen Rohölpreise belasten die ganze Branche. Und es könnte schwerer werden, sie an die Kunden weiterzugeben, wenn sich die Wirtschaft abschwächt. Selbst wenn Delta nun doch keine neuen Flugzeuge kauft und damit die Kosten in nächster Zukunft niedrig halten kann, wird die Gesellschaft irgendwann ihre Flotte erneuern müssen. Es kann also leicht die Besorgnis aufkommen, dass die momentane Rentabilität von Delta nur ein kurzes Aufflackern nach dem Abschluss des Insolvenzverfahrens ist - besonders angesichts des Hangs amerikanischer Fluglinien, in regelmäßigen Abständen in Chapter 11 zu landen.

Aber das ist vielleicht unfair. Die Strategie des Carriers, das Inlandsgeschäft zurückzufahren und sich auf die rentableren internationalen Strecken zu konzentrieren, hebt die Gewinnspannen. Der Umsatz nach Sitzplatzkapazität pro Flugmeile erhöhte sich um sechs Prozent und könnte weiter zulegen, wenn ihre Auslandsexpansion wie geplant fortgesetzt wird. Der neue Chief Executive von Delta, Richard Anderson, hat zudem betont, er stehe einer Konsolidierung offen gegenüber - ganz im Gegensatz zu seinem Vorgänger, der Anfang des Jahres ein Übernahme-Angebot von US Airways verschmäht hatte. Eine Fusion mit einer anderen US-Fluggesellschaft und eine weiteres Zurückfahren der Inlandskapazitäten könnten Delta und ihren Konkurrenten dabei helfen, das Schlimmste abzuwenden, wenn die nächste zyklische Talfahrt einsetzt. Momentan spricht einiges dafür, dass bei Delta vorsichtiger Optimismus angebracht ist.

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