Der Dollar auf dem absteigenden Ast
Für eine Hand voll Euro?

Warren Buffett, Hugo Chavez und Rapper Jay-Z haben eines gemeinsam: Sie haben keinen Respekt vor dem Dollar. Die US-Währung ist auf dem absteigenden Ast. Während der Greenback als Reservewährung zwar nicht verschwinden wird, ist doch der Euro zur realistischsten Alternative seit Jahrzehnten aufgestiegen.

Der Hip-Hopper Jay-Z hat sein Vermögen von geschätzt 500 Mill. Dollar bestimmt nicht gemacht, ohne dabei einen Schimmer von Finanzen zu haben. In einem seiner neuesten Videos fährt er durch New York - mit Bündel voller Euro-Scheine. Das ist eine Aussage. Sie wiederholt sich in der Wette des Investors Warren Buffett gegen den Dollar und in der Werbekampagne des venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez für die europäische Währung. Der Dollar ist zwar nicht tot, aber der Euro ist als Reservewährung zur brauchbarsten Alternative seit Jahrzehnten aufgestiegen.

Der Dollar hat in den vergangenen drei Jahren gegenüber einem Korb anderer Währungen mehr als ein Drittel seines Wertes eingebüßt. Die Investoren haben sich auf das amerikanische Doppeldefizit konzentriert. Aber auf der anderen Seite der Gleichung steht gleichzeitig die wachsende Stärke anderer Volkwirtschaften, darunter China, Brasilien und die Eurozone.

Gemessen am Bruttoinlandsprodukt, ist die Eurozone jetzt fast so mächtig wie die USA. Die geografische Ausdehnung und die wirtschaftliche Integration des Gebiets haben dazu beigetragen, dass der Euro seit seiner Einführung 1999 stetig an Einfluss gewonnen hat. Der Gesamtwert der in Umlauf befindlichen europäischen Währung hat im vergangenen Jahr den des Dollar sogar schon übertroffen. Damit ist der Euro als Alternative zum Greenback brauchbarer geworden als etwa der japanische Yen oder der Schweizer Franken.

Es ist fast schon allgemein üblich, dass Schuldtitel-Emissionen, die auf internationale Investoren abzielen, jetzt auf Euro lauten, auch wenn immer noch ein größerer Anteil an den weltweiten Krediten in Dollar denominiert ist. Und der Marktwert der in der Eurozone gehandelten Aktien, auch wenn er sich auf weniger als die Hälfte des Marktwerts in den USA beläuft, wächst schneller.

Aber der Markt für europäische Wertpapiere – zum Beispiel für Staatsanleihen – bleibt bruchstückhaft. Das macht die Titel für einige Investoren weniger interessant als ihre amerikanischen Verwandten. Und sogar die Europäische Zentralbank berichtet über die internationale Rolle des Euro, indem sie die Zahlen in Dollar umrechnet. Die US-Währung ist eindeutig noch nicht aus dem Spiel. Aber ihr Wertverlust hat Jay-Z und anderen Investoren klar gemacht, dass der Euro zu einer echten Alternative geworden ist.

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