Der Markt-Monitor
Wohlfühlen mit Westerwelle

Arbeitslosigkeit muss sicher wieder lohnen - so ähnlich hieß es doch bei der FDP. Jetzt löst sie ihr Versprechen ein.
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Da soll noch einer behaupten, Guido Westerwelle sei beratungsresistent. Immer wieder war er von der Konkurrenz als neoliberales Monster karikiert worden. Selbst seine künftige Schwesterpartei CSU hatte ihm im Wahlkampf soziale Kälte vorgeworfen.

Damit ist jetzt endgültig Schluss. Mit einem überraschenden Coup hat Westerwelle die FDP zur "Partei der Schlechterverdienenden" gewendet. Als ersten großen Erfolg der Liberalen in den Koalitionsverhandlungen feiert er nun die Schonung von Hartz-IV-Empfängern - frei nach dem Motto: "Arbeitslosigkeit soll sich wieder lohnen." Schon ist die Rede von mehr Gerechtigkeit und weniger Altersarmut, Westerwelle wird zum neuen Wohlfühl-Minister. Und die Arbeitgeber, die auf Steuervereinfachung oder verringerten Kündigungsschutz gehofft hatten, reiben sich erstaunt die Augen.

Da wundert es dann überhaupt nicht mehr, dass sich der Links-Rhetoriker Oskar Lafontaine aus Berlin zurückzieht in die saarländische Provinz. Links von der FDP ist nämlich künftig kein Platz mehr.

Florian Kolf
Florian Kolf
Handelsblatt / Teamleiter Handel und Konsum

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