Destillierer
Brown-Forman vom Kaktus gestochen

2006 legte der Jack-Daniels-Produzent für den mexikanischen Tequila-Hersteller Herradura bare Münze auf den Tisch. Genau zwei Jahre später muss er einsehen, dass Destillation und Landwirtschaft zwei verschiedene paar Stiefel sind. Schuld daran sind der Tod einer Reihe von Agaven-Pflanzen und dadurch verursachte Gewinneinbußen. Vielleicht hätte Brown-Forman beim Whiskey bleiben sollen.

Als der Jack-Daniels-Produzent Brown-Forman vor zwei Jahren für teures Geld den mexikanischen Tequila-Hersteller Herradura übernahm, erhielt er zwei bekannte Marken und ackerweise Agavepflanzen. Jetzt muss das Unternehmen verendete Kakteen im Wert von 22 Millionen Dollar abschreiben und einsehen, dass Destillation und Landwirtschaft ganz unterschiedliche Herausforderungen bereithalten.

Es hat schon seinen Grund, dass kluge Destillierer, wie Diageo, ihre Rohmaterialien lieber kaufen als selbst anpflanzen. Es stimmt zwar, dass Rohstoffe wie Trauben und Gerste Preisschwankungen unterliegen, aber der Verzicht auf den eigenen Anbau bedeutet auch weniger Kapitalinvestitionen. Die Hersteller können sich also ganz auf das konzentrieren, was sie am besten können: produzieren und vermarkten. Die landwirtschaftlichen Risiken sind auch ein Grund, sich lieber auf Spirituosen und weniger auf die schwer vorhersehbare Weinkelterei zu verlassen - wie Foster in dieser Woche einsehen musste, als durch die Weinproduktion verursachte Abschreibungen in Höhe von 517 Millionen Dollar zum ersten Verlust seit 16 Jahren führten.

Brown-Forman produzierte schon Tequila, bevor er Herradura übernahm, aber mit dem Anbau der Pflanzen hatte das Unternehmen wenig zu tun. Jetzt führte das Zusammentreffen von schlechtem Wetter, Insektenplagen und Krankheitsbefall zu einem Verlust von 25 Prozent der Ernte und bescherte dem Unternehmen neben den Abschreibungen auch den seit Jahrzehnten größten Tagesverlust an der Börse. Das gegenwärtige Agaven-Überangebot auf dem Markt hilft Brown-Forman vielleicht den Verlust zu verkraften, es illustriert jedoch zusätzlich die Vorteile, die damit verbunden sein können Zutaten am Markt zu kaufen, statt sie selbst anzubauen.

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