Die Konsequenzen der Abwärtsbewegung
Dollar-Rechnungen

Der schwache Dollar fordert seinen Tribut von Buyout-Fonds, die in Europa Kapital sammeln und in Amerika investieren. Auch wenn es weitgehend eine Frage der Präsentation ist, wird das den Fonds-Investoren nicht gefallen. Aber eine Absicherung ist fast unmöglich – das Währungsrisiko gehört einfach dazu.

Eine der Absonderlichkeiten, die der schnelle Abstieg des Dollar mit sich bringt, sind die Kopfschmerzen, die diese Entwicklung einigen auf Übernahmen spezialisierten Investoren bereitet. Die kräftige Abwärtsbewegung der US-Währung gegenüber dem Euro – sie hat innerhalb von fünf Jahren 32 Prozent an Wert verloren – lässt die Erträge für Beteiligungsfonds schrumpfen, die in Europa Kapital sammeln und in amerikanische Firmen investieren. Europäische Pensionsfonds-Manager und vermögende Privatpersonen werden die in ihren Heimatwährungen unter pari liegenden Renditen frustrierend finden. Noch viel ärgerlicher aber ist, dass sie nicht viel dagegen tun können.

Nehmen wir einmal einen in Euro denominierten Private-Equity-Fonds, der vor fünf Jahren 100 Mill. Dollar in ein US-Unternehmen investiert hat. Damals lagen der Dollar und der Euro ungefähr gleichauf. Sagen wir einmal, die Investition hat in den nächsten fünf Jahren in Dollar gerechnet 20 Prozent jährlich abgeworfen. Damit wäre beim Ausstieg des Investors aus der Beteiligung ein Wert von 250 Mill. Dollar erreicht worden. Wandelt man diese Summe jetzt zum gegenwärtigen Wechselkurs in Euro um, dann ist die Investition nur noch rund 170 Mill. Euro wert. Für einen Investor, der die Erträge in Euro errechnet, ergibt sich eine Jahresrendite von elf Prozent – auch wenn die Investition in Dollar gerechnet viel besser abgeschnitten hat.

Europäische Fonds, die im Verlauf des Jahres in große fremdfinanzierte US-Übernahmen investiert haben, könnten diese Auswirkung zu spüren bekommen, wenn der Dollar-Verfall anhält. Ein Beispiel: KPE Private Equity Investors, der in Amsterdam notierte Fonds von KKR, hat sich in der ersten Jahreshälfte unter anderem an Dollar General, First Data und US Foodservice beteiligt. Natürlich ist die Entwicklung auch andersherum denkbar: Wenn sich der Dollar erholt, könnten die Renditen der in Euro abrechnenden Investoren steigen.

Doch die Währungsfrage verwischt, welche Renditen in der Realität genau erzielt werden. Die logische Antwort wäre die Absicherung. Aber angesichts der langfristigen Natur von Private-Equity-Investitionen ist ein Währungs-Hedging bestenfalls teuer und im schlechtesten Fall unmöglich. Die Investitionen auf die Währung des Fonds zuzuschneiden, wäre eine andere Möglichkeit. Aber in einigen Fällen würde das den Sinn der Sache verfehlen: KPE sollte je gerade auch immer europäischen Investoren Zugriff auf einige der Übernahmekandidaten ermöglichen, die KKR in anderen Teilen der Welt aufschnappte.

So bleiben die Investoren den Währungsfluktuationen weitgehend ausgeliefert. Die, die eine globale Perspektive einnehmen, sorgen sich vielleicht nicht sonderlich darum. Schmerzhafter ist es für diejenigen, die nach den Renditen in einer bestimmten Währung beurteilt werden. Zumindest sollten sie einigen Trost in der Tatsache finden, dass, solange ihre Fondsmanager in derselben Währung arbeiten wie sie, auch die leistungsbezogenen Gebühren der Manager genauso in Mitleidenschaft gezogen werden wie ihre Renditen.

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