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Die Verlierer in den Banken tauchen schon wieder als Bonusgewinner auf: Banken: Wie aus Verlierern Gewinner werden

Im Durchschnitt mögen sich die Bonuszahlungen wohl halbiert haben, aber nicht jeder ist sauer. Die Überlebenden der kollabierten Bear Stearns und Lehman Brothers konnten ihre Rekordausschüttungen retten. Eigentlich sollte ihre Belohnung schon darin bestehen, dass sie ihren Job behalten haben. Der Blick zurück zeigt ein anderes Bild.

von Jeffrey Goldfarb (breakingviews.com)

Jetzt steht fest, dass die Bonuszahlungen für Investmentbanker im Jahr 2008 mindestens halbiert wurden. Außenstehende bleiben aber empört, dass überhaupt noch Boni ausgeschüttet wurden. Das ist aber nicht der einzige Schock. In dieser wohl leistungsorientiertesten Branche der Wirtschaft mussten die Angestellten der größten Verlierer am wenigsten bluten.

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Werfen wir einen kurzen Blick auf die Bankenlandschaft. Ein Goldman-Sachs-Partner, der 2007 noch 2 Millionen Dollar verdiente, hätte 2008 rund 500 000 Dollar kassiert. Ganz so schlimm wird es auf der nachfolgenden Ebene nicht gekommen sein und Goldman hat für alle Fälle den Stachel noch entschärft, indem die Bank zustimmt, dass Bonusaktien mit eingeschränkten Veräußerungsrechten nun früher verkauft werden dürfen.

Bei JP Morgan wäre der 2-Millionen-Bonus im Jahr 2008 auf rund eine Million geschrumpft. Allerdings bestanden 40 Prozent der Summe aus Optionen, die sich weniger gut als die Aktienkomponente bei Goldman gehalten haben. JP Morgan-Aktien haben 2009 bereits 22 Prozent verloren, während der Goldman-Kurs seit der Bewertung der Kompensationsaktien konstant geblieben ist. Ein Merrill-Manager wird im Durchschnitt 1,2 Millionen Dollar und damit 40 Prozent weniger als 2007 eingesteckt haben, dank John Thains Eilauftrag, die Boni zu sichern, noch bevor der Verkauf an Bank of America unter Dach und Fach gebracht wurde. Fast ein Drittel davon wird in Form von BofA-Aktien geflossen sein, wohl einige Tage vor Bekanntgabe von Merrills atemberaubenden Viertquartalsverlust von 15 Milliarden Dollar. Ihr Ausgangswert dürfte also erst nach einer langen Kletterpartie wieder erreicht werden.

Aber die wahren Gewinner in der verrückten Welt der Hochfinanz waren die Überlebenden von Banken, die heute nur noch in den Geschichtsbüchern existieren. Die Broker von Bear Stearns wurden von JP Morgan zu Konditionen behalten, die Boomzeiten angemessen sind. Ähnliche Verträge wurden mit Spitzenkräften aus dem Handel und Vertrieb von Lehman Brothers geschlossen, die von Barclays in den USA übernommen wurden. Und die erste Lehman-Riege aus Europa und Asien fand bei Nomura ein gemachtes Bett, mit Bonuszusagen auf 2007er-Niveau für zwei Jahre und überwiegend in Barmitteln.

Die Übernahme-Pakete wurden zu einer Zeit geschnürt, als jede Konkurrenz um Arbeitskräfte weit entfernt schien. Aber die Gehaltskultur der Branche - nach der Banker dicke Schecks brauchen, um bei neuen Brötchengebern anzufangen - blieb noch ungebrochen.

Einige Unternehmen haben inzwischen beteuert, ihre Gehaltsstrukturen zu reformieren. Aber solange Individuen aus fahrlässigen Unternehmen in einem Jahr wie 2008 so gut unterkommen, solange sollte niemand die Hand für solche Reformen ins Feuer legen.

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