Dresdner
Der Kauf ist perfekt

Noch vor fünf Jahren schien die Commerzbank als ebenbürtiger Gegner der Deutschen Bank undenkbar. Die Übernahme der Dresdner Bank für neun Milliarden Euro ist dennoch Realität.

Die Commerzbank hat gerne zugegriffen und die Allianz, die die Dresdner Bank 2003 für 23 Milliarden Euro gekauft hat, verkauft nur ungern. Deshalb wird nicht einmal zum Schein von einem Merger gesprochen - die Commerzbank hat die Bedingungen weitgehend diktiert.

Die Dresdner zahlt nicht mehr, als den Bilanzwert, und 85 Prozent von diesem begleicht sie in Aktien. Zudem hinterlegt die Commerzbank 975 Millionen Euro als "Sicherheitsschild" für etwaige zukünftige Verluste bei geplatzten Krediten.

Auf den ersten Blick scheint der Kauf riskant für die Commerzbank, deren Anteile während der Transaktion etwa zehn Prozent unter dem Buchwert gehandelt werden. Und doch könnte sich diese Kombination auszahlen. Die Streichung von ca. 9 000 Stellen ist geplant, sowie radikale Einschnitte bei der siechen Investmentbank Dresdner Kleinwort. Umbaukosten von etwa zwei Milliarden Euro stehen erwarteten Synergie-Gewinnen von fünf Milliarden bis 2011 entgegen.

Die neuen Eigentümer setzen sich einem großen Risiko aus. Die Einsparung an Finanzmitteln - mit einem derzeitigen Nettowert von 1,4 Mrd. Euro - werden der Commerzbank aber dabei helfen, eine gesunde Kapitalquote von mehr als sieben Prozent zu erzielen.

Sie wird Deutschlands größte Privatkundenbank mit mehr als elf Millionen Kunden. Nach der Trennung von früheren Ambitionen als Global Player im Kapitalmarkt kann sie sich ganz auf ihre Privat- und Geschäftskunden, sowie ihr Mittelständler-Kerngeschäft und Mittel- und Osteuropa konzentrieren.

Doch die Allianz ist noch nicht geschlagen. Ihre Anteile an der Commerzbank verschaffen ihr eine 30-prozentige Beteiligung an der neuen Bankengruppe. Sie wird zwei Mitglieder des Aufsichtsrats stellen und ihre Vertriebsschiene für Versicherungsprodukte behalten. Die Commerzbank wird die Management-Ebene dominieren und glaubt fest daran, dass die Allianz-Gruppe ihre Unabhängigkeit nicht anfechten wird. Es wird sich zeigen, ob die Allianz das Bankgeschäft wirklich schon aufgegeben hat.

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