Dubai/Finanzmarkt
Gut, aber nicht ausreichend

Es ist gut, dass das Emirat lautstark verkündet, dass die Stärkung des Anlegervertrauens in Dubai höchste Priorität genießt - aber der chinesische Erfolg zeigt, dass weder Transparenz noch freie Medien notwendige Bedingungen für einen florierenden Finanzmarkt sind. Dubai fehlt nach wie vor ein essenzielles Element: Liquidität.

Ein neuer Tag, eine neuer Manager unter Arrest. Dubais Behörden halten Berichten zufolge zwei Führungskräfte fest, die in Verbindung zu Nakheel stehen, einer wohlbekannten Immobilientochter der staatlichen Holdinggesellschaft Dubai World. Die öffentlichkeitswirksame Antikorruptionskampagne ist Teil der Aktivitäten, mit denen das Emirat das Vertrauen der Investoren gewinnen, internationales Kapital anlocken und Dubai in ein florierendes Drehkreuz der internationalen Finanzwelt verwandeln will.

Das Vorhaben ist gut geplant und findet Unterstützung von höchster Ebene. In der vergangenen Woche verkündete Staatschef Scheich Mohammed bin Rashid al Maktoum bei einem seiner seltenen öffentlichen Auftritte, dass er keine Form der Wirtschaftskriminalität, egal ob im öffentlichen oder privaten Sektor, dulden werde. Anders als bei früheren Razzien droht die Regierung diesmal auch damit, Details aus jeder Untersuchung zu veröffentlichen. Damit könnte Dubai unter den Golfstaaten den ersten Platz in der Transparenz-Rangliste gewinnen.

Die Antikorruptionskampagne gehört zu einer Reihe von Modernisierungsbestrebungen in Dubai. So wurden zum Beispiel auch die Reisebeschränkungen für Touristen gelockert und staatlich gestützte Zeitungen veröffentlichen immer häufiger kontroverse Leitartikel über die soziale Unzufriedenheit. Es gab sogar Bestrebungen - zumindest auf dem Papier - die Rechte schlechtbezahlter Arbeitsmigranten zu verbessern.

All das ist sicherlich sehr lobenswert. Allerdings zeigt der relativ große Erfolg der Chinesen und Russen, dass weder Transparenz noch Meinungsfreiheit notwendige Voraussetzungen für einen florierenden Finanzmarkt sind. Dubai wird mehr brauchen als diese Ansätze, um seine Finanzvisionen zu erfüllen.

Die neuen Ansätze können ein wesentliches Element nicht ersetzen, das Dubai fehlt: Liquidität. Ein Schlag gegen die Korruption kann dazu beitragen, dass das Emirat im nächsten Jahr Katar im Ranking des Internationalen Transparenzindex überholt, aber die wichtigste Zutat für einen erfolgreichen Finanzplatz ist eine funktionierende Börse. Solange nicht mehr Unternehmen den Gang an die hochgepriesene internationale Börse von Dubai wagen und die Zahl der Börsennotierungen nicht über die magere Zahl von vier hinauswächst, solange werden die anderen Bemühungen nicht allzu viel bewirken.

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