EADS
Startverzögerung

Das Betriebsergebnis des paneuropäischen Luft- und Weltraumkonzerns sorgte im ersten Quartal vor allem dank der deutlich höheren Gewinne bei Airbus für positive Überraschungen. Noch aber ist das Unternehmen nicht aus dem Schneider. Noch immer drücken Verzögerungen bei der Produktion und Währungsschwankungen. Der Umstrukturierungsplan sollte forciert werden.

In der traurigen EADS-Geschichte der vergangenen beiden Jahre waren gute Nachrichten dünn gesät. Kein Wunder also, dass das Ergebnis des franko-germanischen Raumfahrtkonzerns im ersten Quartal 2008 am Markt lautstark gefeiert wurde. EADS ist zurück in der Gewinnzone und kann die Erwartungen gleich deutlich übertreffen. Aber auch wenn EADS im operativen Geschäft Pluspunkte sammelt, leidet das Unternehmen weiter unter der Zwillingsbelastung von Produktionsverzögerungen und Währungsschwankungen.

Die EADS-Aktionäre sind nach wie vor damit konfrontiert, dass der Konzern in diesem Jahr bereits ein Viertel seines Werts verlor und heute bei weniger als der Hälfte seines Spitzenwerts von 2006 notiert. Allerdings brachte das erste Quartal ein bisschen mehr als dünne Silberstreifen am Horizont. Airbus, das mehr als 70 Prozent zu den Konzernumsätzen beisteuert, erwirtschaftete über 80 Prozent der betrieblichen Ergebnisse und damit das Dreifache dessen, was Analysten erwartet hatten. Darin spiegelt sich zum einen das seit dem vergangenen Jahr gut gefüllte Auftragsbuch – viele Fluggesellschaften überall auf der Welt erneuern ihre Flotten– und zum anderen der frühe Erfolg des Power-8-Sanierungsprogramms, das Unternehmenschef Louis Gallois vorantreibt. Noch besser, EADS gewinnt wieder Liquidität, die Barbestände liegen mit netto 8 Milliarden Euro mehr als doppelt so hoch wie vor einem Jahr.

Aber Gallois hat gute Gründe, den Sanierungskurs beizubehalten. Erst vor Kurzem musste das Unternehmen bekanntgeben, dass Kunden bei der Auslieferung der neuen A-380-Flugzeuggeneration mit weiteren Verzögerungen rechnen müssen. Das sorgt für Missstimmung, zumal die gleichen Produktionsprobleme die Hauptursache des Kurseinbruchs vor zwei Jahren waren.

EADS konnte nicht sagen, wie stark die damit verbundenen Strafzahlungen auf die Gewinne des Konzerns durchschlagen werden, sicher ist nur, sie werden ihre Spuren hinterlassen. Die Trennung von Vermögenswerten und Kostensenkungen werden also bei EADS weiter auf der Tagesordnung bleiben.

Hinzu kommt, das im Jahresverlauf eine Reihe von vorteilhaften Währungssicherungspositionen auslaufen. Der Gegenwind, den das Verhältnis starker Euro/schwacher Dollar erzeugt und der das Unternehmen im vergangenen Quartal 360 Millionen Euro kostete, wird also stärker werden. Eine teilweise Produktionsverlagerung in die Dollarzonen könnte hier Abhilfe schaffen. Genauso könnte eine Steigerung der Verteidigungsaktivitäten, durch die EADS die Abhängigkeit von Airbus verringern könnte, ein Teil der Lösung sein. Für die Aktionäre bedeutet das aber in jedem Fall, dass sie noch etwas Geduld brauchen, bevor sie wirklich Grund zum Jubeln haben.

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